Zeitzeug_ Festival eroberte wieder urbanen Raum
„Wir stehen auf revolutionäres Gefummel“
Fotos: mar
Finde dein Kastenwesen: Beim Zeitzeug_ Festival durften BesucherInnen im Kreativraum „Brutkasten“ ihr eigenes Kubusgeschöpf erschaffen. Fotos: mar
Finde dein Kastenwesen: Beim Zeitzeug_ Festival durften BesucherInnen im Kreativraum „Brutkasten“ ihr eigenes Kubusgeschöpf erschaffen.

„Zeit, was ist das für ein Zeug?“, fragte ein junger Künstler im „Brutkasten“, dem Raum, in dem die Kastenwesen entstehen. Indem er allerhand Zeug lyrisch in Kästen steckte, verknüpfte er den Mitmachkreativprozess der Kastenwesen mit dem studentischen Kunstfestival Zeitzeug_, das am vergangenen Wochenende Bochum wieder ein wenig hinguckenswerter machte.

„Wir wollen jungen Künstlern aus ganz Deutschland die Möglichkeit geben, sich zu präsentieren“, erklärt Robert Damaschke, der wie der Großteil des achtköpfigen Organisationsteams an der RUB studiert.

„Wir stehen auf revolutionäres Gefummel“ sowie „den urbanen Raum Bochum“ heißt es im diesjährigen Manifest. Ein weiteres Ziel sei es nämlich, erklärt Damaschke, Kunst in den öffentlichen Raum zu bringen.

Daher war das Festival auf sieben Orte verteilt: Da gab es etwa eine Performance über das Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung von dorisdean in der Mensa der RUB.

Geografischer Schwerpunkt waren die Kneipe Neuland und die Rottstr5-Kunsthallen, die beide für frische Kunst immer zu haben sind, und die Zukunftsakademie. Dort gab eine Menge Performances, Ausstellungen und Kunstformen zu sehen, die sich jenseits und zwischen den Kategorisierungen bewegen.

Dafür hätte man an einem bestimmten Veranstaltungsort nicht mit Kunst gerechnet: In der Drehscheibe führte Heinz Friedrich eine „Analoge Transformation“ durch, indem er HTML-Code in Strickschrift umwandelte – und dann auch strickte.

Kooperation mit Erlangen

Stolz sind die MacherInnen dieses Jahr auf die Kooperation mit dem Festival Arena…der jungen Künste in Erlangen.

Gegenseitig schickten die Festivals eine Delegation zum jeweils anderen, um sich auszutauschen und einen Künstler, eine Künstlerin oder eine Gruppe auf das nächste Festival einzuladen. Die bereits erwähnten Kastenwesen waren auf Einladung hier. Zum Abschluss verkündeten die drei Erlangerinnen, dass Tommy Neuwirth mit seiner Performance „Verarbeite, was dich verarbeitet 2“ im Juni nach Mittelfranken darf.

:Marek Firlej

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