Kolumne

Badehose an und los geht es, denke ich mir an diesem tropischen Nachmittag. Doch bei angeblich klammen Kommunen-Kassen werden die städtischen Bäder entweder komplett dichtgemacht – wie nun in Querenburg. Oder die Verantwortlichen entscheiden sich, die Öffnungszeiten während der Ferien auf ein Hallenbad zu beschränken. Macht ja auch Sinn.

Kennt Ihr diese Senior*innen, die ihre Brille an dem Bändchen um den Hals hängen haben? Das ist ja so praktisch. Haben wir nicht alle wenigstens schon einmal ein müdes Grinsen darüber verloren, dass die meist frech-flippigen neonfarbenen Bändchen von hinter den Ohren runterhängen wie Affenschaukeln? Nein. Natürlich nicht. Respekt vor dem Alter.

Erwünscht waren auf dem diesjährigen Festival Bochum Total: Werbegeschenke, Gratisproben, staatliche Propaganda, Banken(werbung), Konsum

Unerwünscht war: eine antifaschistische Haltung auf der Bühne wie von der Band Radio Havanna.

Herzlichen Glückwunsch, Horst Seehofer. Zu Ihrem 69. Geburtstag wurden also 69 Menschen nach Afghanistan abgeschoben. In ein Land, das noch immer von Terror und Krieg gezeichnet ist. In Armut und Verfolgung. Und in den Tod.

Knappe Shorts, tiefer Ausschnitt, verführerisches Popowackeln. Nein, kein Porno-Anfang, auch kein Auftritt in einem Stripclub

„Ausländer raus!!11einself“ Achja – apropos Elf. Die ist ja auch raus. Mit ihren ganzen Ausländern. „Nicht meine Mannschaft“, sagen sich nun viele Fans. Witzig – bei der letzten WM war das noch: „Wir sind Weltmeister!“ An dieser Stelle muss differenziert werden, um das eigene schwarz-weiße Weltbild aufrecht zu erhalten. Es gibt Gut und Böse.

„Mami, gibt’s heute Deutschlandfahne zu Mittag?“ „Nein, Du isst Dein Gemüse!“ – Kommen Ihnen solche Sätze bekannt vor? Meinen Sie auch, zu stranden? Kein Fahnenmeer? Dann sind Sie nicht allein! Aktuelle Studien ergeben, dass jedeR dritte KundIn durch die Abbildung der deutschen Tricolore auf Nahrungsmittelverpackungen verwirrt wird.

Helle Aufregung in den USA! Was für ein Jahrhundert-, ach was: Jahrtausendereignis! Die Welt schaut zu, fiebert mit. Die Rede ist nicht vom Trump-Kim-Gipfel. „Tiny Hands“ und „Rocketman“ interessieren nicht mehr, wenn in Saint Paul, Minnesota, ein kleiner Waschbär ein mehr als 20-stöckiges Gebäude erklimmt.

Schon fast vergessen, dass Alexander Gauland in Badehose durch Potsdam stapfen musste. Die paar Minuten sind ja auch nur ein Vogelschiss im Leben eines 77-Jährigen. Eigentlich könnte man das Ganze abtun. Alternativ als kreativen Protest gegen einen altrechten Rassisten oder als Randnotiz.

Vier Dollar. Das sind 3,42 Euro. Das sind vier Cheese Burger in den USA. Oder auch die Entschädigung, die einer Familie zugesprochen wird, wenn die dortige Polizei den Vater von drei Kindern erschießt. Reicht ja auch. Ein Cheeseburger für die Bestattung und jeweils einen Cheeseburger für jedes Kind. Mahlzeit für einen Tag gewährleistet.

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