Nach:Gesehen

Ein talentierter Fußballstar mit türkischen Wurzeln spielt in der deutschen Nationalmannschaft. Für die Neonazis ein Skandal, für die Türken eine Schande. Diese Debatte kommt einem doch bekannt vor – oder nicht? Doch so sehr spielt die neue deutsche Netflix-Serie DOGS OF BERLIN nicht auf aktuelle Diskussionen an. Der Fußballer wird umgebracht. Ein Straßenkrieg droht. Das ruft die Ermittler Erol Birkan und Kurt Grimmer auf dem Plan. Ein ungleiches Paar: der eine von der türkischen Familie aufgrund seiner Homosexualität verstoßen und eigentlich hinter einem Drogenclan her, der andere Deutsche betrügt seine Familie mit einer anderen Familie und hat eine neonazistische Vergangenheit. Wo die Serie diese Charaktere ganz gut ausbaut, versagt sie an anderer Stelle: Natürlich ist der Drogen dealende Gangsterboss ein Türke und die ostdeutschen Neonazis sind aggressiv. Es wird mit billigen Mitteln gespielt. Aber warum nun Dogs? Ganz einfach: Der Hund des Fußballstars frisst den Finger des Toten und wird zufällig von Kurt Grimmer gefunden und zwischendurch werden kackende Hunde gezeigt.

:mag
         
 

Autor(in):