Satire: Sean Penn – Schauspieler & jetzt Detektiv: Geht da noch mehr?
„El Chapo“ (bestimmt) dingfest

Kinder tragen Superman-Schlafanzüge, Superman trägt Chuck Norris-Schlafanzüge; trägt Chuck Norris jetzt wohl Sean-Penn-Schlafanzüge? Letzterer hat nämlich bei seiner freien journalistischen Arbeit für das „Rolling Stone Magazine“ den Behörden unfreiwillig unter die Arme gegriffen. Die Ermittlungen des – einmal fast mit der Goldenen Himbeere ausgezeichneten – Schauspielers führten zur dritten und eventuell letzten Festnahme von  Drogenbaron .

Fragen, die aus dieser prachtvollen Demonstration ungeahnter Fähigkeiten resultieren: Hat Penn eventuell auch Interesse daran, der Real-Life Horatio Caine zu werden und mal eben die seit 1993 andauernden Frauenmorde von Ciudad Juárez aufzuklären? Vielleicht schlägt er dem Serienkiller einfach vor, sein Leben zu verfilmen.

Auch bei uns gibt’s was zu tun

Ist in Übersee dann alles geklärt, bräuchte auch Europa, respektive Deutschland, einmal Hilfe. Mit Penn im Fahndungsstab wäre die Kölner Silvesternacht bereits durchsichtig und Sündenböcke eindeutig identifizierbar – und nicht nur über ihre Identität als Einwander­Innen, einem öffentlichen Tenor folgend. Im Anschluss könnte er dann gleich untergetauchte verurteilte Neo-Nazis hochnehmen, den NSU-Prozess beschleunigen und den hiesigen Behörden weiterhin lehrreich Vorbild sein.

All die Möglichkeiten

Sollte dem Hollywood-Star doch mal der Sinn nach persönlicher Bereicherung stehen, bietet es sich an, die Schätze von Cocos Island zu bergen. Diese wurden mehrmals vergeblich gesucht und die Suche danach mittlerweile untersagt. Sean Penn kann sich jedoch als Geologe ausgeben – so wie er im Fall „El Chapo“ Journalist war – und im Schatten einer Tarnprofession seiner eigentlichen Tätigkeit nachgehen.

Trotz aller Bescheidenheit, als Selbstschutz getarnt, muss man Sean Penns Ermittlungen einfach honorieren. Viel zu viel Kritik wird an dem Mann geübt, dessen gesamtgesellschaftliches, globales und universales Potential noch lange nicht ausgeschöpft zu sein scheint. Ich ziehe jetzt jedenfalls meinen neuen Schlafanzug an.

:Tobias Möller