Kommentar: Bafög-Erhöhung scheint nicht besonders sinnvoll
50 Euro mehr bringen … ein bisschen

Die Bafög-Erhöhung ist durch, einige Studierende dürfen sich auf mehr Geld freuen, andere könnten eventuell erstmals Bafög-EmpfängerInnen werden. Ich bin zwar auch erfreut über diese Änderungen, andererseits kann ich aber die Forderungen, zum Beispiel vom Freien Zusammenschluss von StudentInnenschaften (fsz), nach immer mehr Erhöhungen nicht ganz nachvollziehen.

Vor allem profitieren von den Änderungen diejenigen, die ohnehin schon eine ordentliche Summe an Förderung einstreichen durften. Studierende, die bisher ihren Maximalbedarf von 597 Euro gedeckt sahen, können sich nun über eine Erhöhung auf 649 Euro freuen. Meiner Meinung nach außer Acht gelassen werden hier aber jene, die irgendwo im Mittelfeld (sagen wir 300 Euro) liegen und bei denen die prozentuale Erhöhung weitaus weniger Nutzen bringt. Außerdem kann mir keineR erzählen, dass er/sie es mit knapp 600 Euro nicht schafft, zu essen, zu schlafen und in einem zwölf Quadratmeter großen Zimmer im Wohnheim zu leben – so wie ich vor ein paar Jahren.

Meckern auf hohem Niveau

Ich sähe eine Erhöhung, die vor allem die nicht nach Maximalbedarf Geförderten bevorteilen würde, als sinnvoller an. Das Bafög ist allein dazu geeignet (und meiner Meinung nach auch vorgesehen), den Lebensunterhalt minimal zu sichern, der Luxus kommt dann nach dem Studium. Es darf auch mal vier Tage Brot mit Käse und Spaghetti Napoli geben, dazu noch täglich einen Apfel und ’ne Flasche ja!-Wasser und gut ist. Studieren ist nicht immer nur Spaß haben, sondern ist als Weg zu einem höheren Ziel anzusehen. Und wer länger studieren will/muss, sollte sich nach einem lukrativen Nebenjob umsehen. 450 Euro eigenständiges Erwirtschaften erlaubt das Bafög nämlich. 

Übrigens will mir noch nicht gänzlich einleuchten, wie der Freibetrag der Eltern, der jetzt um sieben Prozent gestiegen ist, einschneidende Unterschiede bei der Förderung machen soll. Schon klar, mehr Studierende haben jetzt die Möglichkeit, gefördert zu werden. Aber wenn sie durch diese Änderung nur knapp reinkommen, wird sich das Bafög ohnehin auf einen Minimalbetrag belaufen.

:Tobias Möller