Bochumer Kinderchor feiert 70-jähriges Bestehen
70 Jahre BoKi
Bild: hepa
Gemeinsames Singen: die SchülerInnen und WorkshopteilnehmerInnen der Stufen 2 und 3. Bild: hepa
Gemeinsames Singen: die SchülerInnen und WorkshopteilnehmerInnen der Stufen 2 und 3.

Musik. Anlässlich des 70-jährigen Bestehens des Bochumer Kinderchors wurden Lieder geprobt, die anschließend aufgeführt wurden. 

Die 80-jährige Waltraud Venzge, die am Samstag, 21. April unter den GästInnen im Anneliese Brost Musikforum war, freute sich auf das Konzert des Bochumer Kinderchors, in dem sie selbst vor 70 Jahren sang. Damals noch unter der Leitung von Max Vogt. Vieles hat sich seither verändert. So erzählt Venzge, dass sie damals noch im Keller des Rathauses geprobt hatten. Auch sangen gleich viele Jungen wie Mädchen mit und es wurden ausschließlich deutsche Volkslieder gesungen. „Aber die Zeiten ändern sich nun mal“, stellt sie etwas wehmütig fest.

Bochumer Kinderchor seit 1996 

1996 wurde der BoKi, wie der Bochumer Kinderchor liebevoll von den GesangslehrerInnen genannt wird, an die Stadt angegliedert. Hierdurch konnte er vergrößert werden. Mittlerweile gibt es drei Chorstufen und ein Jugendensemble. Während in Chorstufe 1 noch Lieder mit Bewegung im Vordergrund stehen, werden in Chorstufe 2 internationale mehrstimmige Lieder gesungen, erklärt Chorleiterin Christina Wunderlich. In Chorstufe 3 läge der Fokus dann auf der musikalischen Erprobung verschiedener Musikstile quer durch die Jahrhunderte und die individuelle Stimmbildung. So erhalte jedes Chormitglied der Stufe 3 Einzelunterricht bei einer Gesangspädagogin. 

Zu welchen faszinierenden Ergebnissen diese Stimmbildung führen kann, konnten die BesucherInnen des Abschlusskonzerts am Samstag hören. Besonders die gesangliche Leistung der 12-jährigen Lena Superson ist hervorzuheben, die mit „A Groovy Kind of Love“ Tonlagen erreichte, bei denen jeden Moment Brillengläser hätten zerspringen können. Aber auch Dina van Beek schaffte es mit dem ABBA-Hit „Super Trouper“ das Publikum zu begeistern. Insgesamt wurden bekanntere und weniger bekannte Songs aus dem 16., 20. und 21. Jahrhundert vorgetragen. Während die Kleinen noch über kranke Bieber sangen, weckten die Älteren mit Songs wie „Major Tom“ nostalgische Erinnerungen. Aber letztlich war es wohl nicht nur die „Schuld des Bossa Nova“, dass es gerade für die Kleinsten mit 90 Minuten stillsitzen und zuhören zu einer Geduldsprobe wurde, sondern, dass sich die GesangslehrerInnen wohl dachten „I want it all“ und 24 Lieder vorsingen ließen.

:Helena Patané