„We trust! Show“ – krasse KünstlerInnendichte
Abendgala in geil
Foto: mar
Nix ernst nehmen, viel Spaß haben, alles dürfen: Tino Bomelino bei der "We trust!"-Show im Dortmunder FZW. Foto: mar
Nix ernst nehmen, viel Spaß haben, alles dürfen: Tino Bomelino bei der "We trust!"-Show im Dortmunder FZW.

Poesie und Beatbox, Musik und Videospiele, Malerei und Cheerleaderinnen – kaum etwas, mit dem die Hammerveranstaltung „We trust! Show“ am Sonntag im FZW nicht aufwarten konnte. Die VeranstalterInnen machen dem Namen alle Ehre: Man konnte ihnen vertrauen, dass das Alle-Künste-Projekt alles bieten würde, was Bock macht, und alles, was geil ist.

Mit einem hochmotivierten Tobias Kunze als Publikumsaufwärmer und dem Moderationsduo Özge Cakirbey und Sulaiman Masomi in schicker Abendgarderobe hatte die Veranstaltung etwas von einer  Fernsehgala – in geil. Sympathisch unorganisiert präsentierten der Slammer und die Slammerin einen Unterhaltungshochkaräter nach dem anderen. 

Allein die musikalische Bandbreite war enorm. Der deutsche Beatbox-Meister Kevin O Neil rockte den Saal. Während er 90er-Trash-Hits, R’n’B-Rhythmen oder Technobeats mit seinem Mund performte, konnten viele im Publikum ihre eigenen vor Staunen nicht schließen.

Melted Moon hingegen verblüfften mit einem genreübergreifenden Medley das Publikum – gespielt auf Game Boys.

Ein Schweinchen namens Rqyl

Zauberer Grobilyn war der ruhende Gegenpol zur Fulminanz des Restprogramms. Nach Klassikern der Zauberkunst wie der nicht enden wollenden Papierschlange taufte er ein Schwein. Obwohl das Publikum sich live auf den Namen „Rqyl“ einigte, trug die Plüschsau diesen Namen bereits um den Hals …

Ruhe kann man nicht erwarten, wenn Andy Strauß die Bühne betritt. Erst beunruhigte er mit einem „Krimi“ über einen bewaffneten Schniedel noch die Gemüter. In der zweiten Hälfte bewies er im Duett mit Tino Bomelino, dass er nicht singen kann. Das Ganze gipfelte vollkommen übertrieben und daher großartig mit Goldschnipselkanone und Cheerleaderinnen-Auftritt.

Der Redakteur bedauert zutiefst, nicht alle KünstlerInnen in diesem Artikel würdigen zu können. Aber immerhin gibt es unten eine Bildergalerie vom Abend. Eine solche Show wünscht man sich jeden Monat. Ach was, jede Woche! Immer! Nie nicht!

:Marek Firlej

Bezaubert durch den Abend: Moderatorin und Slammerin Özge Cakirbey. Foto: mar
Von seiner eigenen Karikatur (live gemalt von Artur Fast) kritisch beäugt: Sulaiman Mosomi. Foto: mar
Fette Mucke aus dem Game Boy: Melted Moon. Foto: mar
Löste Begeisterungsstürme aus: Beatboxmeister Kevin O Neil. Foto: mar
Liedermacherte, blueste, spanischgitarrte und amüsierte: Quichotte. Foto: mar
Sphärische Klänge mit Elektronik und Trommelfellen: Exchampion. Foto: mar
Vollzieht die Schweinetaufe mit der "Schweinepriesterin" aus dem Publikum: Grobilyn. Im Hintergrund eine Live-Zeichnung von Artur Fast. Foto: mar
Spielt den abgebrühten Cop in seiner Krimigeschichte: Andy Strauß. Foto: mar
In der Pause gab es elektro-rhythmische Musik. Foto: mar
Pure, ansteckende Freude: Özge Cakirbey performt ihren Text. Foto: mar
Gute-Laune-Song mit konsumkritischem Text: Binyo und Band spielen "Man nennt es Wohlstand" im FZW. Foto: mar
Doppelt gemoppelt: Wie die gesamte Show wurde auch Tobias Kunze aufgenommen, projiziert und live im Netz gestreamt. Foto: mar
Silverboy alias Andy Strauß (l.) leitet zusammen mit Tino Bomelino das Finale der Show ein. Foto: mar
Damit hat niemand gerechnet: Die Cheerleaderinnen von den Silver Stars setzen der ganzen Show im Goldregen die Krone auf. Foto: mar
Voll retro: Vor der Show und in den Pausen konnte man sich im Foyer mit alten Konsolen vergnügen. Foto: mar
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