Die Crew um Weekend über Anfänge und Zukunftspläne
Am Wochenende Rapper
Foto: koi
Der Peter und der Rolf: Das Wochenende im Nacken.
Der Peter und der Rolf: Das Wochenende im Nacken.

(koi) Der Gelsenkirchener Rapper Weekend ist durch Erfolg beim Online-Rapbattle VBT bekannt geworden. Nachdem er erfolgreich getourt hat, ist er jetzt beim Shootingstar-Label Chimperator (Cro, Die Orsons) unter Vertrag. Die :bsz hat Weekend alias Christoph mit seinem DJ Rolf (DJ Upset) und seinem Beat-Produzenten Peter (Peet) auf dem Dortmunder Festival Juicy Beats getroffen.

:bsz Erste Frage: Was soll der Quatsch?
Rolf: Ja, schwer zu sagen. Das hat sich alles so ergeben, wir sind da so reingerutscht mit diesem VBT. Wir können das manchmal selber gar nicht fassen was aus dem Quatsch geworden ist.
Christoph: Wir können da auch gar nicht hinter stehen. Der Quatsch, das ist alles Fassade.

bsz: Erste Frage: Was soll der Quatsch?
Rolf:
Ja, schwer zu sagen. Das hat sich alles so ergeben, wir sind da so reingerutscht mit diesem VBT. Wir können das manchmal selber gar nicht fassen was aus dem Quatsch geworden ist.
Christoph: Wir können da auch gar nicht hinter stehen. Der Quatsch, das ist alles Fassade.

bsz: Was ist hinter der Fassade? Wer seid ihr eigentlich?
Christoph:
Eiskalte, abgebrühte Businessmenschen die die Leute ausnehmen wollen und möglichst viel Geld verdienen.

bsz: Also kommt jetzt bald das Feature mit Cro, um die junge Zielgruppe weiter in euren Bann zu ziehen?
Christoph:
Nee, erstmal kommt auf jeden Fall ein schlechtes Remixalbum, um nochmal den Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen. Fünf verschiedene Editionen mit Leinwand.

bsz: Jetzt ist es ja so, dass du bei dem aus der Tasche ziehen jetzt in einer guten Position bist, weil du gerade gesigned wurdest. Du bist jetzt beim Label Chimperator unter Vertrag. Was macht ihr anderen jetzt?
Rolf:
Wir müssen ja quasi mitziehen. Das war ja schon 2009 der Plan, als wir angefangen haben zusammen Musik zu machen, dass wir das Album zu dritt machen. Darum freuen wir uns natürlich auch mit dem Christoph. Da haben wir ja mehr oder weniger alle was von.
Peter: Das bringt es eigentlich ganz gut auf den Punkt. Es ist schön, wie es gerade läuft.

bsz: Peter hat mir im März gesagt, dass der Beat zu „Hallo Duzoe“ aus dem VBT bisher sein unerreichtes Meisterstück ist. Glaubt ihr, dass da noch was kommt, oder wird es nie mehr einen so guten Peet-Beat geben?
Christoph:
Ja, ich finde das auch! Das ist einer der großartigsten Beats der Welt. Der ist so simpel, aber so geil. Das ist auch echt einfach so ein Zufallstreffer. Ich glaube so etwas macht man halt auch einfach nicht gezielt, sowas passiert.
Rolf: Da muss ich voll widersprechen! Also, Peet macht natürlich grandiose Beats und „Hallo Duzoe“ ist auch geil, aber auf dem kommenden Album ist mein Anspieltipp auf jeden Fall „Schlechter Star“! Der Beat ist einfach unfuckable!
Christoph: Unfuckable! Let’s speak english!

bsz: Und machen die Lyrics den guten Beat kaputt?
Rolf:
Naja, die Lyrics ist halt eher so geht so! (lacht) Nein, es ist halt ein sehr selbstironisches Album geworden. Der Fokus vom Battlerap-VBT ist jetzt eher verschoben zu „Christoph- Ich battle mich selbst“.
Christoph: Und dich!
Rolf: Und mich auch, ja. Es gibt auch einen Song der heißt „Rolf“. Den solltet ihr euch nicht anhören. Also lieber „Schlechter Star“!

bsz: Bei deinen Auftritten und in deinen neuen Liedern spiegelst du dich selbst. Eine deiner Hauptaussagen ist, dass dich der Erfolg überrascht hat. Hast du dich mittlerweile daran gewöhnt?
Christoph:
Wenn wir über ein Festivalgelände laufe wie hier beim Juicy Beats bin ich schon daran gewöhnt dass Leute kommen und sagen: „Hallo, können wir vielleicht ein Foto machen?“ Ich finde es halt trotzdem allgemein immer noch ziemlich absurd. Unter der Woche bin ich auf der Arbeit, gehe einkaufen und mache jeden Scheiß den jeder normale Mensch auch macht. Dann kommen wir hier hin und haben so eine komische Sonderstellung. Ich gehe hier hin und stehe auf der Bühne und dann kommen Menschen und finden das toll und wollen irgendwelche Dinge wissen und Unterschriften haben. Und im normalen Leben merkst du halt diese Sonderstellung nicht. Und das ist auch gut, dass man die nicht merkt! Es ist immer wieder ein Abtauchen in so eine kleine Welt. Meine Hauptwelt ist noch, ist immer dieses normale Ding mit dem Einkaufen und dem Arbeiten. Man wundert sich nicht mehr wenn Leute ankommen, weil man es schon ein paar Mal erlebt hat. Es ist aber immer noch ein Doppelleben.

bsz: Der Titel des Albums spiegelt dieses Doppelleben wider: „Am Wochenende Rapper“ heißt das am 30. August erscheinende Werk. Sind Peter und der Rolf auch „Am Wochenende Produzent und DJ“?
Peter:
Ich bin fast Vollzeit-Produzent. Aufs Wochenende muss ich das auf jeden Fall nicht beschränken.

bsz: Meinst du mit Wochenende jetzt das Ende der Woche oder deinen Rapper-Kollegen Weekend?
Peter:
Das muss man eigentlich auf gar nichts beschränken. Es läuft!
Rolf: Auf mich trifft das gleiche zu wie auf den Christoph. Ich habe eigentlich Berufsschullehramt studiert und hätte noch mein Referendariat machen müssen. Das habe ich jetzt geschoben zu Gunsten der Musik und mache jetzt auch eine halbe Stelle wie der Christoph. Insofern trifft das dann schon zu: Am Wochenende DJ.

bsz: Wie lange stehst du schon hinter den Plattentellern? Du hast ja nicht für Christoph angefangen das DJ-Handwerk zu lernen...
Rolf:
Seit 2001 bin ich DJ, und 2009 haben wir uns dann getroffen. Wir haben über Myspace geschrieben, Christoph brauchte Cuts für einen Song: Urlaub in Ostfriesland.
Christoph: Bei myspace, stimmt! Das ist das neue Oldschool. Früher war so „Ey, damals hab ich deine Platte vinyl gediggt!“ und jetzt ist es so „Ey, ich hab dich auf myspace kennengelernt.“
Rolf: Daran sieht man auch wie lange du schon fährst. Damals haben wir ein exklusives Lied für das Mile of Style II gemacht, auch mit Peet schon. Eben Urlaub in Ostfriesland.
Christoph und Peter: Stimmt! Das war unser erster gemeinsamer Song.

bsz: Seitdem hat sich einiges getan. Das Signing bei eurem ersten Label habt ihr direkt mit einem Video gefeiert. In „Hi Chimperator“ tanzt passenderweise ein Affe herum. Steckt hinter dieser Maske wer Bekanntes vielleicht?
Christoph:
Das muss ich auflösen! Das war der Rapha. Der Rapha ist ein Freund von mir seit mindestens 100 Jahren, den ich schon immer kenne. Mit dem habe ich angefangen zu rappen. Rapha ist super und sobald wir ein Video drehen ist er derjenige, der die Stimmung kippt. Der kommt, stellt sich hin und macht Party. Rapha ist der beste Mensch der Welt!

bsz: Also kein Cro und kein Edgar Wasser unter der Maske. Letzterer ist ja auf eurem Album mit einem Feature vertreten, heute aber nicht am Start.
Rolf:
Weil er nicht gebucht wurde, wahrscheinlich. Ansonsten vermissen wir ihn. Wir grüßen ihn und freuen uns über jeden, der das Album kauft.
Peter: Auf jeden Fall.
Christoph: Aber Edgar Wasser ist auch arrogant geworden inzwischen, seitdem der Erfolg so zu Kopfe gestiegen ist.

bsz: Das sagen ja einige Leute auch über dich, sogar mit dir auf der Bühne. Wie reagierst du auf die Anfeindungen deiner Backup-Rapper Mkay und Dobbo?
Christoph:
Ich sag ihnen trotzdem noch manchmal freundlich Hallo und Tschüß. „Wie geht’s Ihnen, Dobbo? Gehen wir gleich wieder zusammen auf die Bühne? Ja, hier ist Ihr Geld!“ Wie man das so macht unter Businessmenschen.

bsz: Alles klar. Ein Schlusswort?
Peter:
Bestellt das Album!