RUB-Studenten wollen Tierfuttermarkt revolutionieren
Die Tiernahrung der Zukunft
Bild: Ilja Kagan
Felix und Jonny gegen die Massentierhaltung: Insekten können den  ökologische Pfoten- und Fußabdruck stark verkleinern. Bild: Ilja Kagan
Felix und Jonny gegen die Massentierhaltung: Insekten können den ökologische Pfoten- und Fußabdruck stark verkleinern.

Nachhaltigkeit. Zwei RUB-Studenten haben innovatives Tierfutter auf Insekten-Basis entwickelt. Mit ihrem Unternehmen „Futterzeit“ engagieren sich Felix Bierholz und Jonny Edward für den Tierschutz und sagen der Massentierhaltung den Kampf an.

164 Kilogramm Fleisch – die durchschnittliche Menge, die ein Hund pro Jahr in Deutschland konsumiert. Zum Vergleich: Der Mensch verzehrt laut Bundesmarktverband für Vieh und Fleisch jährlich rund 60 Kilogramm. Die Massentierhaltung wird also nicht nur durch den menschlichen Konsum befeuert. Doch wie kann man dagegen angehen? Ist doch klar – mit Insekten.

Dies setzen sich die zwei Bochumer Studenten Felix und Jonny zum Ziel. Bei der Studierendeninitiative Enactus, die sich mit sozialerem und nachhaltigem Wirtschaften beschäftigt, haben sich die beiden kennengelernt. „Das Thema der Nachhaltigkeit beschäftigt uns also schon länger“, erklärt Felix. Während eines Auslandssemesters in China sei Jonny auf Insekten als Proteinquelle gestoßen und habe dann mehr über ihre Nährwerte sowie Nachhaltigkeit in Erfahrung gebracht. „Über 2 Milliarden Menschen auf der Welt essen bereits Insekten und wir haben uns gefragt, warum das nicht auch bei uns möglich sein sollte.“ Sie hätten oft über Geschäftsideen philosophiert und viel Brainstorming betrieben, doch der Uni-Alltag hätte es nicht ermöglicht, ihre Ideen weiter zu verfolgen. Als Felix dann mehr zufällig auf die Daten zum Fleischkonsum stieß, war die Sache klar: „Diese Zahl war für uns einfach so unglaublich, dass wir uns unbedingt engagieren wollten. Mit Insekten haben wir eine Lösung gefunden, die tierisches Protein umweltfreundlicher zur Verfügung stellt. Und dann machten wir uns an die Arbeit.“

Wie geht’s jetzt weiter?

„Mit unserer ersten Charge im November werden wir hauptsächlich unser Futter bewerben und den Geschmackstest machen. Das heißt, dass wir ganz vielen Hunden unser Futter zum Probieren geben und analysieren, wie gern sie Futterzeit futtern“, erklärt Felix. Bisher sei die Resonanz sehr positiv gewesen, viele hielten das innovative Thema für spannend und möchten dazu beitragen. Über InvestorInnen verfügen die beiden nicht, finanziert ist das Produkt aus Eigenkapital. „Das ist dadurch möglich, dass wir mit etablierten Futtermittelherstellern zusammen arbeiten und wir so keinen eigenen Maschinenpark aufbauen müssen“, erklärt Felix. Das Produkt wird ab Anfang nächsten Jahres zu kaufen sein, über den eigenen Online-Shop futterzeit-shop.de oder im ausgewählten Einzelhandel. 

Ein Umbruch

Felix und Jonny meinen, den Markt mit ihrem Produkt nicht nur bereichern, sondern revolutionieren zu können: „Wir sind der Überzeugung, dass unsere Hunde kein Fleisch mehr essen müssen. Insekten sind als tierische Proteinquelle eine sinnvolle Alternative, die alle essentiellen Aminosäuren, viel Vitamin B12 und Nährstoffe wie Kalzium, Zink und Eisen enthält.“ 

Sie seien sich aber bewusst, dass noch viel Überzeugungsarbeit geleistet werden müsse. Vereinzelt seien sie auch auf Unverständnis gestoßen, gerade beim „Futter unserer Liebsten“ seien die Menschen vorsichtig. „Wenn die Menschen sehen, dass Hunde, die sich mit Futterzeit ernähren, gesünder und agiler sind und gleichzeitig der ökologische Pfotenabdruck kleiner ist, dann ist die Veränderung nicht mehr aufzuhalten“, betont Felix.

Es werden im Übrigen immer noch Hunde für die Verkostung im November gesucht. Wer mitmachen möchte, kann sich über info@futterzeit-shop.de bei den Gründern melden oder sich über die Website auf die Neuigkeiten-Liste setzen lassen.

:Tobias Möller