Kommentar: Nach fast einem Jahr: Was hat dieser AStA für uns getan?
Hat der AStA keinen Bock mehr?

Pragmatisch nennt sich die aktuelle AStA-Koalition, unpolitisch hört man bisweilen auch, vor allem von der Opposition. Doch unter Pragmatik verstehe ich zielgerichtetes Handeln, weniger weltferne Ideologie, sondern studinahes Tun. Stattdessen scheint der NAWI/IL/Juso/GEWI/ReWi-AStA von seiner eigenen Arbeit so politikverdrossen geworden zu sein wie der Rest der Studierendenschaft.

Wenn es von der GEWI heißt: „Es könnten natürlich mehr Berichte geschrieben werden, die am Ende aber (fast) niemand liest“, stimmt das leider. Dann aber darauf zu verweisen, die hochschulöffentlichen AStA-Sitzungen zu besuchen, ist der absolut falsche Weg. Die Studierendenschaft zu vertreten, heißt auch, diese zu informieren. Der AStA hat die Bringschuld!

Leon Schmitz von der GHG-Fraktion im StuPa wirft ebenfalls mangelnde Transparenz vor: „Es geht um wichtige Entscheidungen und sehr viel Geld von den Studis. Die AStA-Seite wurde ein halbes Jahr nicht gepflegt und sogar den Haushalt findet man dort nicht mehr.“ Es mag sein, dass auch die Haushaltspläne kaum gelesen werden. Aber die Handvoll hochschulpolitisch engagierter Studis haben ein Recht darauf, unkompliziert an diese Informationen heranzukommen!

Wer seine Arbeit in eine Aura von Dunkel und Dünkel hüllt, braucht sich nicht zu wundern, wenn die Einen sich desinteressiert abwenden (so wie viele Studis) und die Anderen dafür umso genauer hinschauen (wie die Opposition).

Neutralität ist keine Ausrede für Nichtstun

Projekte wurden in dieser Amtszeit nur halbherzig in Angriff genommen. Die Informationspolitik vor der Semesterticket-Urabstimmung war ausgewogen und neutral – Lob dafür. Doch die Proteste gegen den VRR wurden vom AStA kaum mitgetragen. Neutralität ist keine Ausrede für Nichtstun.

Der Anwesenheitspflicht-Online-Melde-Service ist eine gute Sache. Doch sollte der AStA darüber hinaus den Fachschaften aktiv den Rücken stärken.

Immerhin, das Kulturreferat hat einige starke Veranstaltungen wie den Campus-Slam organisiert, die vielen hundert Studis zeigten, dass der Campus nicht nur zum Büffeln da ist.

:Marek Firlej

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