Babylon Berlin im Free-TV
Im Strudel der 20er Jahre

Fernsehen. Die deutsche Serie „Babylon Berlin“ wird erstmals im Free-TV ausgestrahlt. Doch ist diese Serie das erhoffte Wunder?

Es wurde angekündigt als das TV-Ereignis des Jahres: „Babylon Berlin“ soll die deutsche Serienlandschaft wieder an die internationale Spitze bringen. Als die Serie im vergangenen Jahr bereits bei Sky 1 ausgestrahlt wurde, waren die Kritiken überragend. Die Produktion wurde in über 90 Länder verkauft und hat sowohl national als auch international ein begeistertes Millionenpublikum. Außerdem wurde die Serie bereits mit zahlreichen Preisen überschüttet, wie vier Auszeichnungen beim Deutschen Fernsehpreis oder sagenhafte 14 beim Grimme-Preis (:bsz 1163). Doch hält die Serie das, was sie verspricht?
 

Projekt der Superlative

Schauspieler Volker Bruch (spielt Gereon Rath) erklärte beim Grimme-Preis: „Es ist ein Projekt der Superlative.“ Auch Liv Lisa Fries (spielt Charlotte Ritter) lobte die Serie und ihren Charakter: „Es ist eine wahnsinnig komplexe Figur mit vielen Facetten.“ Und damit nannten die beiden Schauspieler*innen das, was an der Serie am Interessantesten ist: Die aufwendigen Kulissen, die gut produzierten Folgen, die ausdrucksstarken Szenen und die gut ausgearbeiteten Figuren, die von außergewöhnlichen Schauspieler*innen interpretiert werden. Dabei erscheint die Story auf dem ersten Blick recht simpel: Im Berlin der 1920er Jahre ermittelt der Kölner Kommissar Gereon Rath wegen einer Erpressung. Im Zuge der Ermittlung lernt er auch die außergewöhnliche Charlotte Ritter kennen. Er gerät in den Sumpf der 20er Jahre, bestehend aus Drogen, Politik, Mord, Sex und Extremismus. Dennoch scheinen sich die extravaganten Regisseure Tom Tykwer, Achim von Borries und Henk Handloegten bei der Serie noch zurückzuhalten und das Potential wird nicht ganz ausgeschöpft. Vielleicht ändert sich die Zurückhaltung, wenn mit den lobenden Kritiken im Nacken die dritte Staffel produziert wird, die bereits bestellt wurde. Dennoch sollte man sich die Serie anschauen und in den Strudel der „Goldenen Zwanziger“ eintauchen. Die ersten Folgen sind noch in der ARD-Mediathek verfügbar und jeden Donnerstag gibt es um 20:15 Uhr eine Doppelfolge.

:Maike Grabow

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