Bei der Museumsnacht konnten die Besucher*innen ihre eigenen Ents pflanzen.
,,Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind‘‘
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Nicht von dieser Welt: Kai Bernhardt sieht Museumsbesucher*innen als seine Muggel-Studis an. Bild: kac
Nicht von dieser Welt: Kai Bernhardt sieht Museumsbesucher*innen als seine Muggel-Studis an.

Führung. Der Medienwissenschaftsstudent und Museums-Pädagoge Kai Bernhardt hat am 22. März im LWL-Museum für Archäologie in Herne die Besucher*innen auf eine Reise zu phantastischen Tierwesen genommen.

Jedes Jahr im März veranstaltet das LWL-Museum für Archäologie eine lange Museumsnacht, die unter einem besonderen Motto steht. Üblicherweise ist dieses immer auf eine aktuelle Sonderausstellung abgestimmt worden. Doch dieses Jahr stand alles unter dem Zeichen der Fantasy.
Aber wie passt ein archäologisches Museum und ein Fantasy-Ort zusammen? Denn viele Geschichten dieses Genres basieren auf Erkenntnissen der Archäologie und der Geschichtswissenschaft.

Begrüßung

Um 20 Uhr öffnen sich die Türen des Museums. Michael Völkel alias Spielmann Michel begrüßt die Besucher*innen mit mittelalterlicher Musik auf seinem Zupfinstrument. Kaum erreicht man die Dauerausstellung, schon sieht man eine Ents-Gärtnerei. Die baumartigen Wesen aus „Herr der Ringe“ werden in selbst gestaltete Pflanztöpfe eingepflanzt und mit nach Hause genommen. Als nächstes lernt man Auraya und Lumivatar, zwei helle Erscheinungen, kennen. Die beiden leuchtenden Wesen begrüßen die Nachtschwärmenden auf Stelzen. Je tiefer man in die Dauerausstellung geht, desto mehr entdeckt man „Mittelerde“, wo Spielen und Selbermachen im Vordergrund stehen, wie Midgard-Rollenspiele und Kinderschminken. Wem der Trubel zu viel ist, kann den gesamten Abend aus Werken von Fantasy-Autor*innen an verschiedenen Orten im Museum zuhören.

Besondere Führung

Püntklich um 20:30 Uhr erscheint Kai Bernhardt als Newt Scamander aus dem Film „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“. Mit einem magischen Koffer, in dem seine gefährlichen Tierwesen versteckt sind, und einem Einhorn-Stab gerüstet, führt er die Besucher*innen durch die Ausstellung. „Das tolle ist, man geht durch die Ausstellung, aber nicht wie sonst mit archäologisch-historischen, sondern mit literaturwissenschaftlich affinem Blick“, erklärt der RUB-Student. So sehen die Besucher*innen Überreste eines Mammuts und Kiefer eines Wollnashorns, die einst als Knochen eines Drachen gedeutet wurden. Bernhardt erzählt, wie das Horn des Narwals zu dem des berühmten Phantasietier, dem des Einhorns, wurde: „Seefahrer haben solche Knochen mitgebracht, um zu beweisen, dass es Einhörner wirklich gibt.“
„Als Kind wollte ich immer eine Eule haben“, erzählt Bernhardt, „und wollte zu der magischen Welt von Harry Potter gehören. Heute als Erwachsener gestalte ich mir meinen Job so, dass ich auch eine magische Welt habe.“
Wer diese Führung auch mal mitmachen möchte, hat die Gelegenheit bei der Extraschicht oder kann diese im LWL-Museum für Archäologie in Herne buchen.

 :Katharina Cygan