Generation PSY räumt mit Klischees in der psychischen Gesundheitsversorgung auf
PsychiaterInnen und PsychotherapeutInnen braucht das Land
Bild: Generation PSY

„Die haben doch selbst alle psychische Probleme! Das sind doch keine richtigen Ärzte! Die quatschen nur rum und verschreiben Pillen!“ Laut Jürg Beutler von Generation PSY sind dies nur einige der Vorurteile, die dem Beruf PsychologIn/PsychiaterIn anhaften. Und deshalb wollen er und seine KollegInnen mit diesen aufräumen und gleichzeitig an dem vorherrschenden Nachwuchsproblem arbeiten.

Man merke ganz schnell, „dass es sich um einen der spannendsten Berufe der Medizin handelt“, denn hier werde der Mensch als Ganzes erfasst. PsychiaterInnen haben mit allen Gesundheitsstörungen zu tun, die Gefühle, Denken, Stimmungen, Gedächtnis, Erleben und Verhalten betreffen. 

Sie müssen die Ursachen dieser Störungen ausmachen und „deren Wechselwirkung Rechnung tragen“, allerdings nicht wie KlempnerInnen mit Hammer und Zange, sondern, wie es Arzt und Ärztin nun mal tun, mit medizinischen und wissenschaftlichen Instrumenten wie Labortests, bildgebenden Verfahren zur Diagnostik, der Psychotherapie oder Medikamenten.

Das Nachwuchsproblem …

… ist nicht etwa Ergebnis weniger Studierender, sondern ist vielmehr darauf zurückzuführen, dass mittlerweile jedeR dritte Erwachsene „im Laufe eines Jahres an einer Depression, Angststörung oder einem anderen psychischen Leiden“ erkrankt. Mehr Menschen brauchen professionelle Hilfe, ergo mehr PsychiaterInnen und PsychologInnen sind vonnöten. In ländlichen Regionen seien, laut Beutler, bereits Versorgungsengpässe zu verzeichnen und über die Hälfte aller PsychiaterInnen sei zwischen 50 und 65 Jahre alt. „Das Fachgebiet braucht also dringend Nachwuchs!“ 

Generation PSY bietet Studierenden viele Möglichkeiten der Unterstützung. In einem Mentoringprogramm wird die junge Generation von erfahrenen PsychiaterInnen gecoacht, regelmäßig werden Summer Schools organisiert und sogar Stipendien für kostenlosen Eintritt zu Europas größtem Fachkongress auf dem Gebiet der psychischen Gesundheit vergeben. 

Die Initiative soll den Zugang zum Fachgebiet erleichtern und versucht, Interesse zu wecken: „Die Psychiatrie und Psychotherapie sind keine Fließbandmedizin. Hier geht es noch um den Menschen – und nicht nur um ein bestimmtes Organ oder Gelenk.“ Gleichzeitig seien sowohl Psychiatrie als auch Psychotherapie hochwissenschaftliche Felder, in denen sich die Forschung rasant weiterentwickele.

Interesse geweckt? Mehr Infos gibt’s unter generation-psy.de

:Tobias Möller