Rock Uni Bochum - AStA und Boskop veranstalteten im KuCaf einen Rock-Abend
Rock zu Beginn und Roll zum Ausklang
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Performen wie Pink Floyd: Mit psychedelischen Soundscapes und eingängigen Riffs begeistern die Jungs von Levee Break. Foto: box
Performen wie Pink Floyd: Mit psychedelischen Soundscapes und eingängigen Riffs begeistern die Jungs von Levee Break.

Im Vorbericht der :bsz-Ausgabe 1112 wurden die vier geladenen Bands vorgestellt: ihre Gründungsgeschichten, Vorlieben und Inspirationen. Auf dem Papier lässt sich jedoch viel analysieren und spekulieren. Einzig und allein auf der Bühne konnten die Musiker ihr Können unter Beweis stellen. Aber zurück zum Anfang: Nergiz Yilmaz (Referentin für Kultur, Sport und Internationalismus) erinnert sich, dass mit der Anfrage, einen Rock-Abend zu organisieren, beim AStA „offene Türen eingerannt wurden“. Infolgedessen sollte ein ausgewogenes 

Line-Up konzipiert werden. Das Ergebnis wurde sehens- und hörenswert. 

Von Metal Core bis Psychedelic

Zahlreich erschienen Fans und FreundInnen, um die Rock-Tauglichkeit des KulturCafés auf die Probe zu stellen. Das Vergnügen, den Abend zu eröffnen, wurde dem Herzog zuteil: The Duke’s Pleasure rissen die Stille mit rasantem Tempo ein. Unter klassischem Hard Rock und Post-Modern-Sounds setzten sich die Rock-JüngerInnen in Bewegung. Vor allem beim Song „Sackless Beverages“ spürte man die Adrenalinwellen durch das Publikum rauschen. Den kraftvollen Impuls nahm die fünfköpfige Band Part of the Chain auf. Durch kraftgeladene Riffs und groovigen Metal verkörpern die Essener ein weites Spektrum von Rock. Angekündigt als „die härteste Band des Abends“ beweisen sie jedoch, dass auch sanftere Klänge und cleaner Gesang ihren Instrumenten und Stimmen entlockt werden können. 

Um die aufgefächerte Bandbreite zu bewahren, folgten die Jungs von Levee Break dem Muster und begeisterten mit Songs wie „Miss Blue“, „Stab Back“ oder „On The Run“: Musikalisch zwischen den Sex Pistols und Pink Floyd und optisch zwischen Guns’n’Roses und den Beatles – die Hattinger performen nach dem Vorbild großer Legenden. Auch Silence Goodbye lassen sich von großen Namen inspirieren: „Nirvana, The Doors, Red Hot Chili Peppers sind Bands, die wir sehr schätzen“, macht Bassist Florian „FoVi“ Volkmann deutlich. Auf die Rückfrage, was „Staubrock“ nun eigentlich sei, schwelgt Schlagzeuger Steffen Hardt in Erinnerungen: „Als wir vor zwei bis drei Jahren an einem Bandcontest teilnahmen, bewertete uns der zuständige Produzent: ‚Ist ganz nett, aber 30 Jahre zu spät‘“. 30 Jahre zu spät, dafür genau auf den Takt. 

Auf ein Wiedersehen?

„Wir bekommen ständig neue Anfragen von Bands, die spielen wollen“, erzählt Andreas von Canstein, Zuständiger bei Boskop. „Und in der Vorbereitung lief alles reibungslos.“ Ob die eingeschlagene Rock-Richtung weiter verfolgt wird, bleibt offen, aber unterm Strich überzeugten alle Jungs: fantastische Performances und ein ausgewogener Klangteppich, der alle Geschmäcker deckte. Aber nur die Jungs? Der einzige Kritikpunkt an dem Abend läge nur darin, dass keine Band mit Musikerinnen aufgetreten ist. Wo sind die Janis Joplins und Tina Turners? Kritik findet man, wenn man welche sucht, aber dennoch laden Boskop und AStA hoffentlich erneut ins KulturCafé, wenn es wieder heißt: „Let’s rock!“

:Marcus Boxler