Änderungen beim Semesterticket / Ruhr-Studis gegen horrende Fahrpreiserhöhung
Ruhrmobilität wird unbezahlbar
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Der tägliche Weg zur Ruhr-Universität: Gibt es für 40 Prozent teurere Tickets auch 40 Prozent mehr Bahnen? Foto: mar
Der tägliche Weg zur Ruhr-Universität: Gibt es für 40 Prozent teurere Tickets auch 40 Prozent mehr Bahnen?
Es tut sich was in Sachen Semesterticket: Zum einen gibt es Änderungen, was den Thermostreifenaufdruck auf dem Studiausweis angeht – leider wird nicht, wie erwartet, das NRW-Ticket auf den Ausweis gedruckt. Zum anderen will der VRR eine kräftige Preiserhöhung des Tickets. Die Ruhrgebiets-ASten verhandeln mit dem Verkehrsverbund, um die Erhöhung so gering wie möglich zu halten. Unterstützen könnt Ihr diese Bemühungen mit Protestaktionen.
 
Ursprünglich sollte zum kommenden Wintersemester die Mobilität der RUB-Studis um eine Kleinigkeit, die bisher reichlich nervig war, vereinfacht werden: Das NRW-Ticket, das die freie Fahrt in öffentlichen Verkehrsmitteln auch außerhalb des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) ermöglichte, musste bislang – zusätzlich zum Studiausweis – auf ein A4-Blatt ausgedruckt und mitgeführt werden. Das Format dieses Tickets passte nie so richtig ins Portmonee – und wie oft haben Studis den Zettel schon auf einem Ausflug aus dem VRR heraus vergessen?
 
Damit sollte Schluss sein, dank einem einzigen Thermoaufdruck auf der Ausweisrückseite für das Ruhrgebiet und ganz NRW. Leider verzögert sich die Umsetzung dieses Plans um mindestens ein Semester, da noch nicht alle Verkehrsverbünde Nordrhein-Westfalens dem neuen Ticket ausdrücklich zugestimmt haben. Dafür muss ab dem Wintersemester 2013/14 der Aufdruck nicht mehr alle halbe Jahre erneuert werden, sondern gilt für fünf Jahre. Erstis erhalten einen vorgedruckten Ausweis. Das für Rest-NRW immer noch auszudruckende Ticket gilt dafür jetzt auch innerhalb des VRR. Auf diese Regelung haben sich der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) der RUB, die Universitätsverwaltung, die Bogestra sowie der VRR gemeinsam verständigt.

Preiskampf zum Sommersemester

Wo bislang noch keine Einigung erzielt wurde, das sind die Verhandlungen über die Preiserhöhung des Semestertickets. Ursprünglich hatte der VRR eine Preiserhöhung von satten über 40 Prozent verlangt. Damit wurden einige Studierendenschaften überrumpelt. So hat der AStA der RUB nach Auskunft des Vorsitzenden Tim Köhler (Jusos) vom VRR keine Einladung zum ersten Verhandlungsgespräch bekommen. Als Grund für die Erhöhung gibt der VRR aktualisierte Nutzungsdaten an; dem aktuellen Preis liegen Fahrgasterhebungen von 1992 zugrunde, plus jährlicher, üblicher Preisanpassungen. Die betragen durchschnittlich 3,9 Prozent im Jahr. Wie genau die Daten erhoben wurden, hat der VRR bislang noch nicht bekannt gegeben. Der AStA drängt auf die Daten, denn es ist ausschlaggebend, ob Fahrgastzählungen zu Stoßzeiten, etwa in der Klausurphase oder zu Semesterbeginn durchgeführt wurden; diese wären für den Rest des Semesters oder die Ferien nicht aussagekräftig.
 
Gemeinsam mit den ASten aller betroffenen Hochschulen im VRR-Gebiet verhandelt der AStA der RUB mit dem VRR darüber, den Preisanstieg für das Ticket so gering wie möglich zu halten. Gerade wenn die Universitäten sich als Allianz innerhalb einer Metropole sehen und die Verflechtungen zwischen den Hochschulen gestärkt werden sollen, ist die problemlose Verbindung von Duisburg über Bochum nach Dortmund unabdingbar, besonders an Unis mit mehreren Standorten oder für Studierende der „Spagatstudiengänge“ an zwei Unis.

Es geht um Euer Geld!

Weil eine plötzliche Erhöhung in diesem Maße nicht einfach hingenommen werden kann – schließlich geht es hier um gute 40 Euro mehr pro Semester –, werden die Studierendenschaften aktiv: Sie wenden sich an die Presse und an den Landtag.
Weil alle Studis im Ruhrgebiet betroffen sind, seid Ihr auch alle zum kreativen Protest aufgerufen. Wann und wo Ihr Eure Meinung in einer Demo gegen den VRR lautstark und wirksam kundtun könnt, erfahrt Ihr in den nächsten Wochen von Eurer Studierendenvertretung, dem AStA.
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