Sind Studi-Parties aktuell angebracht?
Studierenden-Party oder (After-)Corona-Party?

Das Sommersemester 2022 hat angefangen und passend zum Start des neuen Semesters auch die Saison der Studierenden-Partys. 

Am 20.05.2022 soll die größte Studierenden-Party Bochums auf 3 Etagen im Matrix stattfinden. Veranstalter der Party ist StudiEvents/Black Ice Events. Für jeden EDM-, Hiphop- oder Chart-Lover soll etwas dabei sein. Von 90s bis hin zu Charts und Clubsounds wird auf dem Mainfloor alles gespielt. Alle Fans von EDM, House und Techno kommen im zweiten Floor voll auf ihre Kosten. Der dritte Floor bietet die passende Musik für alle Hip-Hop-, RnB- und Dancehall-Liebhaber. Geplant ist auch eine Event-Area für Sponsoren und Fachschaften, die kooperieren, die sie selbst gestalten können, mit Beerpong-Tischen, Bannern etc. Für das Event wird mit den unterschiedlichsten Specials geworben, wie zum Beispiel Konfetti-Kanonen, Welcome-Shots, einem Event-Fotografen, Currywurst und unterschiedlichen DJs. Damit werben die Veranstalter:innen.

Auf den ersten Blick die womöglich größte Party des Semesters. Allerdings teilen nicht alle die Freude der Party-News. Einige Fachschaftsräte sehen von einer Kooperation mit dem Veranstalter ab. Gründe dafür sind, dass die Party für einige Fachschaftsräte einen kommerziellen Charakter hat, Angst vor Konkurrenz und die Corona-Pandemie. Denn die Studierenden-Party von StudiEvents stellt gewissermaßen eine Konkurrenz für die eigenen Partys der Fachschaftsräte dar. Von den Partys profitieren vergleichsweise nämlich nicht nur die Fachschaftsräte, die mit den Einnahmen Fachschaftsrat-Angebote finanzieren, sondern im Umkehrschluss auch die Student:innen, die die Angebote nutzen können. StudiEvents erwiderte darauf, dass die Partys eine Alternative für die Fachschaftsräte darstellen soll, die ihre eigenen Partys nicht selbst „stemmen“ können.  

Einige Fachschaftsräte sehen allerdings auch wegen der Corona-Situation von einer Kooperation ab. Die Party ist, wie StudiEvents richtigerweise betont, völlig legal. Nichtsdestotrotz können einige Fachschaftsräte Partys nicht mit ihren Forderungen nach online Klausuren und Hybrid-Veranstaltungen mit ihrer Sorge vor der Ansteckungsgefahr vereinbaren. Denn obwohl in den meisten Bereichen seit dem 20. März 2022 kein Testnachweis mehr nötig ist oder aber auf das Tragen einer Maske verzichtet werden darf, sollten die Gefahren der Pandemie nicht in Vergessenheit geraten. In Bochum herrscht eine Inzidenz von 384 (Stand: 12.05.2022 00:00, Quelle: RKI). Deutschlandweit steigen die Zahlen der an Covid-19-Infektion Verstorbenen und Mehrfachinfizierten. Der Bundesverband von Ärzt:innen des öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD) warnt vor einer hohen Dunkelziffer, da Schnelltests nicht mit in die RKI-Statistik eingeschlossen werden. Der Realwert der Inzidenz liegt womöglich um das Doppelte höher, laut dem BVÖGD. Partys, bei denen es keine Einschränkungen oder Regeln zur Eindämmerung der Pandemie gibt, sind grade zu Hotspots für Neuinfektionen. Das zeigen auch die in der Vergangenheit immer wieder gestiegenen Inzidenz-Werte nach Partys. Deshalb scheint eine Kooperation für einige Fachschaftsräte in Anbetracht der momentanen Corona-Situation unangebracht zu sein.  

Dennoch wird die Party für viele Student:innen eine Abwechslung vom Corona-Studium und der Corona-Zwangspause der letzten Semester. Einige Fachschaftsräte haben sich demnach für eine Kooperation entschieden. Eintrittskarten gibt es für 8 € (exklusive 5 € Mindestverzehr) auf der Black Ice Events Seite oder für 6 € bei kooperierenden Fachschaftsräten, wie zum Beispiel
beim Fachschaftsrat Biologie.                   

:Miena Momandi

 

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