Drei Fragen an Sebastian 23
Von HipsterInnen und Bösewichten
Foto. alx
„Sie schreiben also ein Buch über Kapitalismuskritik? Ich nehme zwei!“ Sebastian23 entblößte am 12. Juli im KulturCafé das Wesen der Konsumgesellschaft. Foto. alx
„Sie schreiben also ein Buch über Kapitalismuskritik? Ich nehme zwei!“ Sebastian23 entblößte am 12. Juli im KulturCafé das Wesen der Konsumgesellschaft.

Slam Poetry geht auch Solo: Berufsmützenträger Sebastian 23 hinterließ vergangene Woche Dienstag nach einem Abend voller sprachlicher Überlegungen und überlegener Sprache ein rundum zufriedenes Publikum. Wir haben bei ein paar Punkten aber noch Mal nachgehakt …

:bsz Sebastian, du stellst fest: Berlin will einen Flughafen wie Frankfurt, Hamburg eine Skyline wie Frankfurt. Wie kann auch Bochum etwas von dem Glanz Frankfurts abbekommen?

Sebastian 23 Ich sehe für Bochum eine goldene Zukunft als internationales Zentrum der Finanzwirtschaft. Bald werden die Türme der Banken wie Pilze aus dem Boden sprießen und neben New York, Tokyo und London wird es die Bochumer Börse sein, die uns den Weg hin zur letzten Phase des Kapitalismus weist.

In einem Lied forderst du auf: „Küss mich, Darth Vader“. Hast du Tipps für das Flirten mit Bösewichten?

Aber ja. Ich wundere mich ohnehin, dass man mich nicht öfter nach Tipps fürs Flirten fragt. Beim ersten Date mit einem Bösewicht empfiehlt sich weniger ein Restaurant, ein Kino oder eine Diskothek. Probiert stattdessen einen Schlachthof, einen Waffenladen oder einen Banküberfall. Auf jeden Fall solltet ihr Komplimente machen: „Du siehst ja heute richtig mies gelaunt aus!“ oder „Tolle Axt! Ist das frisches Blut?“ 

Hier und da ziehst du über Hip­sterInnen her. Warum hat dieser Menschenschlag doch eine Daseinsberechtigung?

Ich mache Witze über Hipster, weil ich selbst als junger Erwachsener nie cool war. All der Firlefanz und Tand, die Dutts und Accessoires sind natürlich auch spektakuläre Vorlagen für ein paar Gags. Aber im Prinzip bewundere ich die Damen und Herren. Sie sind oft sehr hübsch und wissen sich zu dekorieren. Ich habe ein Gefühl für Mode wie ein Beutel Trockenobst. Man darf auch niemals den Fehler machen, Menschen oberflächlich zu beurteilen. Ein Gag über die Oberfläche endet auch genau da. Es gibt fantastische Hipster und ein paar davon sind sehr gute Freunde von mir. Teilweise beherrschen sie mehrere Fremdsprachen fließend.

Die Fragen stellte

:Marek Firlej

 

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