KünstlerInnen-Kollektiv führt die Waffenindustrie vor
Waffenindustrie boomt ;-)
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Friedenspreis für WaffenlieferantInnen: Das Peng! Kollektiv bei ihrer inszenierten Preisverleihung Foto-Quelle: Peng
Friedenspreis für WaffenlieferantInnen: Das Peng! Kollektiv bei ihrer inszenierten Preisverleihung

Aktivismus. Bombenstimmung im Dortmunder Megastore – das Peng! Collektiv lud am 21. Juni zu „Grundgesetz Galore“.

Dabei handelt es sich um eine unterhaltsame Show, in der die AktivistInnen und KünstlerInnen des Kollektivs über ihre Recherchen und Arbeitsweisen berichteten. Im Mittelpunkt stand die jüngste Kampagne: „Artikel 26“. 

Drei KRASSE Lifehacks

Die Kampagne wurde gemeinsam mit dem Schauspiel Dortmund erarbeitet und erstreckte sich über sechs Monate. Der Grundgesetzartikel 26 definiert, dass die Herstellung und Verbreitung von Waffen der Bundesregierung obliege. Ziel der Kampagne sollte die Rettung des Artikels 26 sein, um ihn zur konsequenten Anwendung zu führen.

Für die erste Aktion erfand das Kollektiv den CDU-Ortsverband Schwenke. Die ebenfalls erfundene Vorsitzende Brigitte Ebersbach erklärt in einem Online-Video, dass der Ortsverband mit der Aktion „CDU.Mit.Gefühl“ an die christlichen Grundwerte der Kanzlerin appelliere und den Stopp von Kleinwaffenexporten fordere. Fox News, New York Times und Radio Vatikan berichteten über die Fake-Initiative. 

Als Nächstes versendete „Peng!“ gefälschte Briefe an die lokalen HändlerInnen von Heckler & Koch-Waffen in den USA. In diesen forderten sie WaffenhändlerInnen auf, die jüngsten Lieferungen nach Deutschland zurückzusenden und schädigten damit dem internationalen Ruf des deutschen Waffenherstellers selbst innerhalb der Branche. 

Um „die Waffenindustrie aus ihrer Höhle zu holen“, inszenierte das Kollektiv im letzten Schritt die Verleihung des „Deutsch-Französischen Preises für Sicherheit und Frieden“ der Fake-Agentur SilverLinings. Am 9. Mai empfing Rheinmetall den Preis während ihrer eigenen AktionärInnenversammlung.

Nicht nachlassen!

Obschon die Show im Megastore eher eine wackelige Montage szenischer Improvisationen und dokumentierter Aufnahmen war, bleiben die Aktionen rund um die Kampagne „Artikel 26“ bombastisch. Das Kollektiv schafft es mit viel Originalität und einfachen Mitteln, schmerzhafte Wahrheiten an die Oberfläche zu befördern. Mit ihren theatralen Interventionen treffen sie Konzerne da, wo es ihnen wehtut und verpassen dabei nicht, die nötige mediale Aufmerksamkeit zu generieren.          

:Marcus Boxler