Mattias Engling macht Kabarett „ohne moralischen Zeigefinger“
Wie der Geisti die Welt sieht
Foto: Julian Pache
Ironie und Komik gehören zum geisteswissenschaftlichen Studium dazu: Zumindest für Komparatistikstudent und Kabarettist Mattias Engling. Foto: Julian Pache
Ironie und Komik gehören zum geisteswissenschaftlichen Studium dazu: Zumindest für Komparatistikstudent und Kabarettist Mattias Engling.

Es geht in seinem Programm „Nichtsdestowenigertrotz“ um „H&M-Unterwäschemodel, Finanzmärkte, Wolken und Tauben“. Einen Ausschnitt stellte Mattias Engling beim „Podest #13“ (s. Infobox) vor. Über „Arbeit, Missverständnisse und das Leben in einem beschleunigten Kapitalismus“ erzählt der 25-Jährige, der schon lange auf der Bühne steht – jetzt allerdings erstmals mit eigenem Kabarettprogramm.

Obwohl seine Themen die großen globalen Dinge abdecken, sieht Mattias sich nicht als politisch engagiert. „Bei den Geisteswissenschaftlern gibt es keine Meinungen, wir haben nur Leitfragen.“ Und wie es sich für einen ordentlichen Geisteswissenschaftler gehört, steigt er direkt auf einer Metaebene ein: „Der Anfang ist schon immer da. Der Anfang ist der, der immer zu früh kommt.“ Doch dann schwenkt er nonchalant zu plastikverseuchten Walkadavern, Donald Trump, dem grünen Gewissen und Frauke Petry. Böse Witze oszillieren zwischen akademischem und postpubertärem Niveau.

Im Gespräch mit der :bsz sagt Mattias, dass ihn das Medium Kabarett so fasziniere, weil er dort Politik, Gesellschaft, Bühne und Komik verbinden könne. „Da hätte ich auch früher drauf kommen können, dass das sinnvoll für mich ist“, lacht der Student der Theaterwissenschaft und Komparatistik an der RUB.

INFOBOX: Podest

Am Dienstag fand im Folkwang Theaterzentrum „Podest #13“ statt. Bei „Podest“ können Studierende der Theaterwissenschaft und der Szenischen Forschung einmal im Semester ihre eigenen kreativen, künstlerischen Arbeiten vorstellen. Jeder Arbeitsstand, „von der Idee bis zum vollendeten Projekt“, ist willkommen, sich in „wohlwollender und positiver Atmosphäre“ (Mattias Engling) zu präsentieren und zur Diskussion gestellt zu werden. Dieses Mal gab es fünf szenische Darbietungen sowie 14 Installationen zu sehen.

:Marek Firlej

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