Religionshass, ein ewiges Thema
Wie lange wir’s dulden
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Symbolbild

Kommentar. Eine Reflexion über Religionshass und Diskriminierung und warum mir bald der Kragen platzt. 

Erst letztens schickte mir meine beste Freundin eine aufgewühlte WhatsApp-Sprachnachricht. Sie studiert katholische Theologie und reflektierte darüber, wie es wohl wäre, wenn sie im Extremfall ihre Kette mit dem christlichen Kreuz aus Angst vor auf ihrer Religion gründenden Hass verbergen müsste. Spaltung und Religionshass sind seit jeher gesellschaftsbewegende Themen. Diskriminierung als solche ist schon ein erschreckendes Phänomen – ekelhaftes, abwertendes, Minderwertigkeit produzierendes Schubladendenken in schwarz und noch schwärzer. Die Grenze zwischen Diskriminierung und Hass zu ziehen ist nur schwerlich, wenn überhaupt, möglich. Und was passiert, wenn Diskriminierung, Hass und etliche weitere einen Menschen diskreditierende Vorgänge zusammenfallen, haben wir in der menschlichen Geschichte mehrmals erlebt. Es ist in der Hinsicht nicht nur erschreckend, dass Antisemitismus immer noch existiert, ja, es ist erschreckend, dass grundsätzlich, trotz der Ereignisse der Vergangenheit, nicht nur der von 1945, sondern auch der langen Weltgeschichte vom Kampf der Religionen und Zwangsmissionierung, Religionshass existiert. Jemand wird dafür ignoriert, verurteilt, gemieden, umgebracht oder über Bord geworfen, weil sich eine Menschengruppe an seinem:ihrem Glauben stört. Es ist 2021 und der Gedanke auf eine bittere Art aberwitzig, dass die Menschheit es immer noch nicht vollbracht hat, jeder:jedem friedlich ihren:seinen Glauben ausleben zu lassen. Von anderen Formen der Diskriminierung ganz zu schweigen. Wann können wir endlich damit aufhören, uns für etwas, das Nächstenliebe birgt und verbreiten soll, zu hassen? Es hilft sicher, präsent zu halten, wozu der Hass auf Andersartigkeit in Hinsicht auf den Glauben führen kann. Aber das alleine scheint nichts zu ändern. Also: Wann hört es auf? Und: Wie können wir endlich ein angstfreies gesellschaftliches Leben ermöglichen? Noch läuft auf der ganzen Welt einiges gehörig schief und es liegt am Einzelnen, kleine Schritte in die richtige Richtung zu vollbringen und Zusammenhalt zu stiften. 

:Rebecca Voeste