Bochum im Wandel
Wissen, Wandel, Wir-Gefühl
Bild: Screenbild
Bochums erste digitale Bürger:innenkonferenz – wie passend, dass diese unter dem Motto „Smart City – Digitales Leben in unserer Stadt“ lief.

Bochum. In Zeiten der Digitalisierung wandelt sich Vieles. Die Stadt Bochum möchte an vorderster Front der Veränderung gehen, wie die diesjährige „BürgerKONFERENZ 2021“ bewies.  

Am 20. Juni fand die Bochumer Bürger:innenkonferenz zum vierten Mal statt, coronabedingt zum ersten Mal digital. Von den 371.000 Einwohnenden erhielten 371 zufällig und anonym ausgewählte Bochumer:innen eine Einladung zur Bürger:innenkonferenz zum Thema „Smart City – Digital Leben in unserer Stadt“. Die Konferenz fand auf Zoom statt, jedoch nicht ausschließlich. Es gab zum Beispiel eine Pinnwand, auf der jede:r eigene Ideen zu den verschiedenen Themenbereichen einbringen konnte. Ganz im Mittelpunkt der Konferenz stand das Thema Digitalisierung. Dabei verfolgt die Stadt Bochum zwei konkrete Ziele: eine „Smart City“ zu werden und das Konzept „Bochum Strategie 2030“ zu verwirklichen. Die Konferenz diente nicht nur dazu, über die beiden Konzepte zu informieren, sondern auch um Meinungen, Verbesserungsvorschläge und Ideen der Bevölkerung zu diskutieren. 

Die Konferenz begann mit einer Begrüßung im Plenum. Schon bei diesem Teil der Veranstaltung konnte man den Teilnehmenden das große Interesse anmerken. Von den 371 Eingeladenen waren im Plenum fast 350 Leute anwesend. Auch gab es rege Diskussionen in den Zoom Chats, die nach der Begrüßung des Oberbürgermeisters Thomas Eiskirch in den Workshops weitergeführt wurden. Im Mittelpunkt der „Bochum Strategie 2030“ steht die Idee „Wissen, Wandel, Wir-Gefühl“. Die Stadt möchte dieses Konzept mit dem Fokus auf fünf verschiedene Schwerpunkte erreichen. Bochum soll Hotspot der Live-Kultur, Großstadt mit Lebensgefühl, Vorreiterin des modernen Stadtmanagements, Shootingstar der Wissensarbeit und eine Talentschmiede im Ruhrgebiet werden. Diese Ideen möchte die Stadt mit jeweils 25 Kernaktivitäten in die Tat umsetzen, zu denen Projekte wie „SHIFT“, das digitale Bochumer Innovationslabor, „MARK 51°7“ und „Smart Health Bochum – Auf dem Weg zur Modellregion“ gehören. Das Ziel ist es, die 125 Kernaktivitäten bis 2030 zu realisieren – bisher wird bereits an 25 Aktivitäten gearbeitet.  

Ein Ziel, das nicht nur viel diskutiert wurde, sondern auch die Projekte „Bochum Strategie 2030“ und „Smart City Innovation Unit“ (SCIU) vereint, ist die Bochum App, die als digitales Stadtportal dienen soll. Die App soll mehrere Dienstleistungen kombinieren, beispielsweise sollen Informationen gebündelt und über die Services der Stadt informiert werden. Ein Wunsch der Teilnehmenden war es auch, einen Mängelmelder in die App einzubauen und die Mutti App in die Bochum App zu integrieren. Weitere Ziele der SCIU ist eine zukunftsfähige Infrastruktur, freies WLAN in der Innenstadt, der Breitbandausbau, die Ausarbeitung des Stadtportals und eine Beteiligungsplattform, in der Formate institutionalisiert und die Bochumer:innen einen Wegweiser zur städtischen Partizipation finden können. Neben dem Plenum und dem Workshop „Digitale Infrastruktur“ wurden drei weitere Workshops angeboten, zwischen denen die Teilnehmenden entscheiden konnten. In den Workshops „Haushaltnahe Wertstoff- und Abfallsammlung in der Smart City“, „Darf es noch ein Gigabit mehr sein? Chancen der 5G-Technologie“ und „Daten für alle - Open Data“ wurde der Fokus auf den Austausch zwischen den Teilnehmenden gesetzt.  

Die Konferenz war zur Überraschung vieler Teilnehmenden ein voller Erfolg, aber auch der Oberbürgermeister zeigte sich positiv überrascht. Am Ende bedankte er sich bei den Teilnehmenden „Bochum einen Sonntag geschenkt zu haben, um weiter an der Zukunft zu feilen“.            

            :Augstina Berger