Marek Firlej (mar)
Kommentar: Nach fast einem Jahr: Was hat dieser AStA für uns getan?

Pragmatisch nennt sich die aktuelle AStA-Koalition, unpolitisch hört man bisweilen auch, vor allem von der Opposition. Doch unter Pragmatik verstehe ich zielgerichtetes Handeln, weniger weltferne Ideologie, sondern studinahes Tun. Stattdessen scheint der NAWI/IL/Juso/GEWI/ReWi-AStA von seiner eigenen Arbeit so politikverdrossen geworden zu sein wie der Rest der Studierendenschaft.

Alles außer Kellnern: Die :bsz-StudiJob-Reihe – Stripperin
Bildung ist sexy! Etwa 20 Prozent aller Stripperinnen sind Studentinnen – sagt Ina, die sich ihr Studium in einer Tabledancebar finanziert. Foto: mar

Sie ist jung und schön. Dass Studis jung sind, ist der Regelfall, auch attraktive Exemplare soll es geben. Auch dass Ina* bis lange in den Tag hinein schläft, unterscheidet sie nicht von vielen ihrer KommilitonInnen. Bei Ina hat das aber einen Grund: Sie arbeitet bis morgens um fünf – als Stripperin.

Kunstgeschichte-Prof Hoppe-Sailer: RUB ist „einzigartiges Beispiel der europäischen Architektur der Nachkriegszeit“
Nicht nur im Großen „einzigartig“, sondern voller kleiner Details: Wer weiß, wo auf dem RUB-Campus dieses X-Men-Logo zu finden ist? Foto: mar

Erst haben sie ein Monster erschaffen und jetzt wollen sie es hegen und pflegen: Seit dem 16. Oktober steht der Baukomplex der Ruhr-Universität unter Denkmalschutz. Bestrebungen, der Universität diesen Status zuzuerkennen, gibt es mindestens schon seit 2006. Nun stehen, nach Auskunft von Hans Hanke vom Landesverband Westfalen-Lippe (LWL), die Gesamtanlage inklusive der Dr.-Gerhard-Petschelt-Brücke (oder meistens einfach Unibrücke genannt) sowie dem Botanischen Garten unter Denkmalschutz.

Zeitzeug_ Festival eroberte wieder urbanen Raum
Finde dein Kastenwesen: Beim Zeitzeug_ Festival durften BesucherInnen im Kreativraum „Brutkasten“ ihr eigenes Kubusgeschöpf erschaffen. Fotos: mar

„Zeit, was ist das für ein Zeug?“, fragte ein junger Künstler im „Brutkasten“, dem Raum, in dem die Kastenwesen entstehen. Indem er allerhand Zeug lyrisch in Kästen steckte, verknüpfte er den Mitmachkreativprozess der Kastenwesen mit dem studentischen Kunstfestival Zeitzeug_, das am vergangenen Wochenende Bochum wieder ein wenig hinguckenswerter machte.

Kommentar: Warum es richtig ist, dass die RUB ein Baudenkmal ist

Jetzt mal Hand aufs Herz: Eindrucksvoll ist sie doch, unsere Uni. Nicht eindrucksvoll schön, aber so groß! Wo sieht man sonst einen Gebäudekomplex aus einem Guss von dieser Größe? Und das Wort Komplex passt hier ganz besonders: Die vielen Ebenen, die Brücken, Unterführungen, Parkhäuser, das ist nicht nur komplex, das ist kompliziert. Wer die RUB mal von Süden gesehen hat, wie sie sich über das Tal erhebt wie eine Trutzburg des Wissens, erstarrt für einen kurzen Moment in Ehrfurcht – bis ihm einfällt, wie sie aus der Nähe aussieht. Ist das nun eines Denkmals würdig? Auf jeden Fall!

„Rauschpilze“: Funguskulte damals und heute
Geschichten über Mayakönige, sibirische Schamanen und heutige Junkies: „Rauschpilze. Märchen – Mythen – Erfahrungen“ Cover: Nachtschatten-Verlag

Knallrot und auffallend: Der Fliegenpilz. Auf wen übt Amanita muscaria bei jedem Waldspaziergang nicht diese gewisse Faszination aus? Dass sie sich aber durch viele Kulturen zieht und dass den rotweißen (und anderen) Schwämmen bisweilen göttlicher Ursprung zugeschrieben wird, ist vielseitig nachzulesen im Sammelband „Rauschpilze“, der kürzlich im Nachtschatten-Verlag erschienen ist. Der Titel verrät, dass Pilzkulte aber nicht allein durch das Aussehen der Sporenträger begründet sind …

Pamphlet: Züchtet das Bildungssystem erfolgreich den freien Willen weg?

Sie kommen an die Universität, als kämen sie zur Schule. Sie betrachten das Studium als nicht mehr als eine Sprosse auf der Karriereleiter. Statt Freude am Lernen spüren sie Frust am Leben, statt Spaß in der Freizeit verzichten sie lieber ganz auf diese. Verpasst die jetzige Studi-Generation Y die geilste Zeit ihres Lebens?

Flüssig Brot: Biermuda bringt Biervielfalt nach Bochum
„Je stärker das Bier, umso größer die Flasche“: Max Zellmer, Inhaber des Brauspezialitätengeschäfts Biermuda, erklärt das Paradoxon amerikanischer Craft-Biere. Foto: mar

So ein Laden war schon längst überfällig: Obwohl die Deutschen nach den TschechInnen die zweitgrößten BiervertilgerInnen sind, geben sie sich entweder kommerziell-beliebig oder regional stur. Dass es in Deutschland und der Welt aber eine mannigfaltige Malz-und-Hopfen-Welt weit jenseits von Pils und Weizen gibt, präsentiert seit vergangener Woche das Biermuda in der Rechener Straße zwischen Hauptbahnhof und Bermuda3eck.

Die rührende Geschichte von einem, der kein behindertes Kind wollte
Wie geht ein Vater damit um, dass seine Tochter das Down-Syndrom hat? Damit befasst sich Fabien Toulmé in seiner Graphic Novel. Foto-Quelle: avant-Verlag

Stell dir vor, du erwartest ein Kind. Und trotz aller moderner Voruntersuchungen diagnostizieren die Ärzte und Ärztinnen erst nach der Geburt: „Ihr Kind hat Trisomie 21.“ Für viele ist ein behindertes Kind ein Albtraum – so auch für Fabien Toulmé, der aus seiner Vaterschaft eine wundervolle graphic novel gemacht hat, die man beim Lesen gar nicht aus der Hand legen möchte: „Dich hatte ich mir anders vorgestellt …“

Pamphlet: Irrsinn: Bundestag speichert deine Daten

Ich höre Dich sagen: Ich habe ja nichts zu verbergen, wer keinen Dreck am Stecken hat, braucht sich nicht zu beklagen! Am 16. Oktober hat der Bundestag beschlossen: Privatunternehmen wie Google und Facebook sowie amerikanische Geheimdienste wissen darüber Bescheid,  was unsere Bürger und Bürgerinnen den ganzen Tag so treiben – wir wollen das auch! Das ist nicht so schlimm, sagst Du wieder, denn Du hättest ja nichts … Ach ja? Warum hast Du dann Vorhänge an deinem Fenster? Warum ist es Dir peinlich, bestimmte Dinge in der U-Bahn zu erzählen?

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