In Kürze

Mit The Waterfall II veröffentlichten die Psychedelic-Pop-Größen von My Morning Jacket nach fünf Jahren Stille jüngst den Nachfolger zu dem 2015 veröffentlichten Album The Waterfall. Das Album, dessen Songs zur selben Zeit wie das Vorgänger-Album enstanden, liefert erneut den Mix aus Psychedelic Rock, Pop, Southern Rock und Jazzelementen, der die Band kennzeichnet, doch leider auch wenig überraschende Klänge. 2020 scheint allerdings generell das Jahr der Rückkehr von Künstler:innen, die die Rock-Landschaft der 90er und 2000er prägten, zu sein. Erst vor kurzem gab auch die Band Bright Eyes  mit der EP Mariana Trench und der Ankündigung eines neuen Albums ihre Rückkehr nach rund einem Jahrzehnt bekannt. Bereits die EP Mariana Trench fasziniert durch seine komplexen Klänge und einem Mix aus tanzbaren (Mariana Trench) klangkräftigen (One and Done) und vor innerer Zerissenheit strotzenden (Persona Non Grata) Songs. Vielleicht ist ein wenig Vertrautheit und die Rückkehr von Künstler:innen aus vorpandemischen Zeiten genau das, was wir in diesem Jahr brauchen.

:stem

Mit der Insel der Rüstung für Pokémon Schwert und Schild begibt sich die traditionsreiche Serie auf ein neues Gebiet. Denn anders als in vergangenen Generationen der Spielereihe werden die Titel nicht mehr durch Erweiterungseditionen wie Gelb, Kristall, Smaragd und Co. ergänzt, sondern im Geiste der Zeit, durch DLCs. Die kurze Story ist hierbei sehr zweckdienlich und hat den Nutzen, uns durch die Insel zu führen. Diese lässt sich komplett mit freigestellter Kamera erkunden und ist dabei wesentlich detaillierter, als die karge Naturzone des Hauptspiels, bei der das erstmals möglich war. Neue Pokémon gibt es nicht viele, einzig die Galar-Versionen der Flegmon-Entwicklungsreihe sowie der storyzentrale Kung-Fu Bär Dakuma kommen hinzu. Dafür aber kommen viele alte Pokémon zurück und stehen in der achten Generation künftig auch für Onlinekämpfe zur Verfügung. Außerdem gibt es für kompetitive Spieler:innen einige nette Komfortoptionen, wie einen NPC, der alte Pokémon für Rangkämpfe fit macht.

:stem

Nach 12 Jahren und der finalen siebten Staffel hat Star Wars: The Clone Wars nun endlich seinen verdienten Abschluss bekommen. Die Animationsserie, die zwischen „Angriff der Klonkrieger“ und „Die Rache der Sith“ angesiedelt ist, wurde einst nach der Disney-Übernahme von Lucasfilm frühzeitig abgesetzt. Doch der nachfolgende Fanaufschrei zeigte Wirkung: Für zwölf Folgen kehrte die Serie, die zu Beginn noch deutlich an Kinder gerichtet war, im Laufe der Zeit aber immer ernster und dunkler wurde, zurück. Während die ersten acht Folgen nette Geschichten erzählen, aber nicht weltbewegend sind, haben es die letzten vier in sich. Parallel zu den Geschehnissen zu „Die Rache der Sith“, mit zahlreichen Anspielungen und teilweise sogar direkten Szenen aus dem Film, erlebt die ehemalige Jedi-Ritterin Ahsoka Tano die letzten Tage der Klonkriege und der Galaktischen Republik, inklusive Order 66. Selbst wenn man weiß, was kommt, erschafft die neue Perspektive auf die bekannte Geschichte dennoch Spannung. Absolutes Highlight: Die mit Motion-Capture aufgenommenen Lichtschwertkämpfe!

:kubu

In dem neuen Podcast Rabbit Hole von der New York Times zeichnet Tech-Journalist Kevin Roose die Online-Radikalisierung eines jungen Manns nach. Caleb war ursprünglich, wie er es beschreibt, nur oberflächlich politisch interessiert. Doch als er sein Umweltwissenschafts-Studium abbrach und von sozialen Kontakten isoliert war, fand er durch Youtube-
Videos Anschluss an die Alt-Right. Der Algorithmus schlug ihm zunehmend extremere Videos vor, die er aufsog, bis er an einer Ideologie angelangte, in der er den Amoklauf in der neuseeländischen Stadt Christchurch guthieß. Der Podcast zeichnet diese Radikalisierung sorgfältig anhand von Calebs Browser-Chronik und Gesprächen mit ihm nach. Aber auch, wie der Algorithmus zustande kam, wird anhand des französischen Google-Entwicklers gezeigt, der diesen entwarf.
 In der Audio-Serie geht es darum, was passiert, wenn sich unser Leben in das Internet verschiebt und wie uns das verändert. Calebs Geschichte wird über die ersten drei Folgen des Podcasts erzählt, ab der nächster Woche folgen weitere. 

:stem

Für mich war das Versprechen von Netflix, dass es mehrere exklusive Dave Chappelle-Specials geben soll, damals der Abonnement-Grund. Diesmal gibt es kein Netflix-exklusives Stand-up-Special, sondern den Mark Twain Prize for American Humor, verliehen im Kennedy Center. Als 22. Preisträger*in erhielt Chappelle eine der höchsten Ehren für lustige Leute. Zu diesem Anlass sollte es „a weekend of celebration for Dave“ geben sowie einen Abend mit vielen hochkarätigen Gästen aus Musik, Comedy, dem*der eine*n oder andere*n Politiker*in und natürlich Daves Familie. In dem 85-minütigen Special erhält man Einblicke in frühe Anfänge, wie Daves Auftritt mit 19 Jahren bei Star Search im Jahr 1993, seine erste Rolle in einem Kinofilm, legendäre Stand-up-Sets, Half Baked, natürlich auch zur Chappelle‘s Show und seinem Comeback. Präsentiert im Mix aus Stand-up-Club-Besuchen, der Verleihung des Preises, Worten der Wertschätzung und unvergessenen Momenten. In erster Linie natürlich für große Chappelle Fans. #PraiseDave. Fun:Fact! Erster Preisträger war im übrigen Richard Pryor im Jahr 1998. Er gilt als das vermutlich größte Vorbild von Dave Chappele.                   

:fufu

Das Doppelalbum „Of Truth and Sacrifice“ ist, was man von Heaven Shall Burn mittlerweile erwarten darf: Groß, laut, schnell und der Beweis, dass man dem Metalcore nicht „entwachsen“ muss, wie viele ehemalige Größen des Genres, um ein gutes Album abzuliefern. Melodische Riffs über hämmernden Drums und dazu die unverkennbare Stimme von Marcus Bischoff sind einfach eine zeitlose Mischung. Doch ganz ohne Veränderungen geht es auch hier nicht: Auf dem Track „The Sorrows of Victory“ scheint Bischoff aus der Zusammenarbeit mit Blind Guardian‘s Hansi Kürsch etwas mitgenommen zu haben und zeigt seine Stimme von einer ganz anderen Seite. Am auffälligsten ist jedoch „La Résistance“, das auf einer Industrial Metal Platte absolut nicht fehl am Platz wäre. Erst in den letzten Tracks verliert das Album etwas an Treibkraft, weshalb der siebenminütige letzte Song die Geduld der Hörer*innen eventuell etwas überstrapaziert. Auch das ändert jedoch nichts daran, dass die fünfköpfige Gruppe aus Thüringen ein gebührendes Comeback abgeliefert hat.   

:kjan

Aus dem Nichts in der Nacht: Donald Glover Presents. Scheinbar nicht mehr unter seinem Alias Childish Gambino bringt der Alles-Könner Glover (auch als Schauspieler, Regisseur, Autor, Comedian und mehr tätig) ein neues Album heraus. Oder doch nicht? Über einen Livestream konnte man kurz reinhören, bevor fast jedes Lebenszeichen dieses Releases wieder aus dem Internet verschwunden war. War es nur eine Vorab-Version? Jedenfalls hatten wir einen kleinen Einblick. Und das was da zu hören war, ist wieder ganz große Kunst. Stimmgewaltig, soulig und experimentell macht Glover da weiter, wo sein „Awaken, my Love“-Ausflug aufgehört hat. Im Geiste von catchy 70s-80s und 90s Pop, Rock und Soul-Songs erfindet sich hier ein ganz eigener Sound: Depressiv-rebellisch und überrollend hoffnungsvoll.

Und so fühlt sich das Album auch an vielen Stellen an. Features gibt es dabei von Ariana Grande und 21 Savage. Besonders zu empfehlen: „Under the Sun“ & „Sweet Thang (Thank You)“

 :fufu

Mit der Women in Tech Show hat Edaena Salinas einen Podcast aufgebaut, der mittlerweile 150 Episoden umfasst. Salinas, die selbst Software Entwicklerin ist, unterhält sich dabei ausschließlich mit Frauen aus der IT-Branche.

Ein Boxer aus dem Ghetto, eine verzogene Milliardärstochter, ein Nazi-Opa, der „YouTube“ entdeckt und Rapper werden will - „Isi und Ossi“ ist geboren. Seit dem 14. Februar ist die Schnulze auf Netflix verfügbar. Bahnbrechend ist daran, dass es der erste deutsche Netflix-Film ist.

Lang ist‘s her, oder? Die europäische Herrschaft über die Welt und  dessen „friedliches“ Ende. All das wird in der dreiteiligen Dokumentation

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