Kultur
Burlesques „Theater der Verachteten“ am 9. und 10. November im Musischen Zentrum
„Wenn du Arbeit suchst, bist du im Theater falsch.“ Triops (Rico Großer, l.) führt  Maus (Billy Valentine) in die Truppe ein. - Foto: mar

„Grau, teurer Freund, ist alle Theorie“, dachte sich wohl nicht nur Goethes Mephisto, sondern auch Nathanael Ullmann. So beschloss der Theatermensch, seinem allzu grauen Studium der Theaterwissenschaft eine gehörige Portion Farbe hinzuzufügen. „Theater der Verachteten“ ist die zweite Aufführung des Ensembles ToM – Theater ohne Mittel und bringt am 9. und 10. November im Musischen Zentrum (MZ) der RUB bunt und ganz schön sexy die Frage auf den Tisch, „wie weit man mit dem Schauspiel gehen kann“ (Ullmann).

Verspielter mexikanischer Roman führt in die Welt der Gespenster und nicht mehr zurück
Mexiko-Stadt: Einer von zwei zentralen Handlungsorten in  Luisellis Roman „Die Schwerelosen“. - Foto: Wikimedia Commons / Monica Xcaret

Valeria Luisellis Roman-Debüt „Die Schwerelosen“ ist Metaliteratur, Metafiktion und eine Begegnung mit dem unbekannten mexikanischen Dichter Gilberto Owen. Der wird Seite für Seite präsenter und ergreift schließlich als zweite Erzählstimme das Wort. So gerät nicht nur der Leser, sondern auch das Leben der eigentlichen Hauptfigur im Buch mächtig durcheinander.

Inszenierung von „Der Prozess“ im Grillo-Theater
Abstrakte Bedrohung im Grillo-Theater: Riesen aus Luft machen Josef K. zu schaffen. Foto: Martin Kaufhold

Lautstarke Emotionen, surreale Bühnenelemente und unausweichliche Denkanstöße: Im Grillo-Theater in Essen wird momentan „Der Prozess“ von Franz Kafka aufgeführt. In Szene gesetzt wurde der Roman vom freischaffenden Regisseur Moritz Peters.

Die Messe „Spiel + Comic Action“ wiederholt Altbewährtes
Verhilft :bsz-Autor Christian Kriegel zum Fabulieren: Das Märchenerzählspiel „Es war einmal“ von Pegasus-Spiele. Foto: koi

In den Essener Gruga-Hallen war am vergangenen Wochenende erneut die Messe „Spiel + Comic Action“ zu Gast. Die jährlich stattfindende, vom Merz-Verlag ausgerichtete Warenschau soll eigentlich Neuigkeiten aus der Welt der Gesellschaftsspiele und Comics präsentieren. Beide Genres waren dann auch in rauen Massen vertreten – allein Neuig­keiten suchte man beinahe vergebens.

Veranstaltungen zu Georg Büchners 200. Geburtstag
Werden in einem Verlag verlegt, deren Büchlein so klein sind, dass man sie selbst gern verlegt: Die Klassiker Büchners. Foto: Jacq

Am 17. Oktober wäre Georg Büchner – Dramatiker, Schriftsteller, Mediziner, Revolutionär und einer der wohl bedeutendsten Avantgardisten in  der neuen deutschen Literaturwissenschaft – 200 Jahre alt geworden. Zur Feier des Tages wurden sein Werk und Wirken erneut geehrt: Unter anderem im Kunstmuseum Bochum, in dem letzten Freitag eine Inszenierung der Erzählung „Lenz“  stattfand, die durch musikalische, literarische sowie historische Beiträge zu einem intermedialen Mosaik vollendet wurde.

Mit dem Semester begann die Spielzeit der Studiobühne des MZ
Tragen doch nicht etwa das Theater zu Grabe? VertreterInnen der einzelnen Ensembles vor und hinter der Kulisse zu „Zombies – Es leben die Toten!“ Foto: mar

17 Veranstaltungen mit insgesamt 19 Aufführungen, neun Premieren, davon drei von ganz neuen Ensembles, insgesamt 300 Personen auf der Bühne; ganz frische, eigene Produktionen und unbekannte Klassiker; der erste RUB-ImproCup – so präsentiert sich das Programm der Studiobühne des Musischen Zentrums (MZ) im Wintersemester 2013/14. Viel Unterhaltung für wenig Geld. Wir stellen kurz vor, was der wuchtige Klotz an der Unibrücke in den nächsten Monaten für Euch bereit hält.

Pilotphase der Theaterflatrate für RUB-Studis gestartet
Ein „Schauspielhaus-Euro“: Für diesen Betrag können die Studierenden der RUB für ein Semester die Schauspielhaus-Flatrate nutzen. Foto: koi

Endlich ist sie da: Die sogenannte Theater-Flatrate. Seit diesem Semester können Studierende der RUB sooft sie wollen Vorstellungen im Bochumer Schauspielhaus besuchen – für lau! Finanziert wird dies über den Sozialbeitrag, den (so gut wie) jedeR Studierende zum Semesterbeginn überweist. Von diesen 260,62 Euro geht ein Euro an das Schauspielhaus, das knapp fünf Prozent seiner Plätze für Studis freihält. Im Januar stimmen die Studis ab, ob diese Kooperation auch in den nächsten Semestern aufrecht erhalten wird. 

Das Kollektiv „machina eX“ begeistert mit intermedialer Kunst
Im Rausch der Märkte: Die DarstellerInnen von „Hedge Knights“ in Aktion. Foto: machina eX

Ein Computerspiel ist ein Computerspiel, und ein Theaterstück ist ein Theaterstück. Dass diese auf den ersten Blick recht banale Aussage nicht immer stimmen muss, beweist die Gruppe machina eX. Mit ihrem Stück „Hedge Knights“ gastierten die jungen KünstlerInnen im Dortmunder Unionviertel. Die Ankündigung sprach kryptisch von einer „Performance zum Mitmachen“, die mit „Mitteln des Theaters, des Computerspiels und der (Medien-)Kunstinstallation“ in ein „Live-Adventure-Game“ münden sollte. Wir hatten keine Ahnung, was nach dieser Überfrachtung an popkulturellen Reizworten zu erwarten war. Darum hat sich die :bsz das Spektakel einmal angesehen und mitgestaltet – und wurde positiv überrascht. 

Rezension zur prämierten Graphic-Novel „Daytripper“
Nicht nur ein schönes Cover: Daytripper. Cover: Presseservice Paninicomics

Nicht weniger als den Wert des guten Lebens im Angesicht des Todes hat der jüngst auf Deutsch erschienene Comic „Daytripper“ zum Thema. Die Geschichte des sinnsuchenden Autoren Brás im Schatten seines übermächtigen Vaters spielt in Brasilien und ist anlässlich der diesjährigen Frankfurter Buchmesse erstmals in Deutschland veröffentlicht worden. Der Status Brasiliens als Gastland der diesjährigen Buchmesse und die Anwesenheit des Autorenduos Fábio Moon/Gabriel Bá eben dort sind genau wie der auf 2011 datierte Eisner-Preis für die beste abgeschlossene Serie noch keine Gründe, „Daytripper“ zu lesen. Deren gibt es auch ohne Vorschusslorbeeren genug, von denen hier trotzdem einige hinzugefügt werden sollen. 

Israelische Band Orphaned Land beehrte die Matrix mit orientalischen Klängen
Spielt mit religiösen Anspielungen: Orphaned-Land-Frontmann Korbi Farhi. Foto: Frost Fotografie

Wenn es nach ihnen und ihren Fans ginge, würden sie für den Friedensnobelpreis nominiert. Sie kommen aus Israel und beantragten die Staatsbürgerschaft der muslimischen Türkei, ihre Themen sind Völkerverständigung und die gemeinsamen Ursprünge der drei Buchreligionen Judentum, Islam und Christentum – und sie spielen progressiven, vielschichtigen Death und Doom Metal. Die Rede ist von Orphaned Land, die am 25. September in multireligiöser Tourkonstellation ihre Botschaft lautstark in der Bochumer Matrix verkündeten.

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