Kultur
Deutsche Filmförderung in der Praxis
Der deutsche Film steckt in der Identitätskrise: Crowdfundingprojekte könnten helfen. Foto: Fabian Mirko May

Wer in die Kinoneustarts der letzten Wochen schaut, stellt fest, dass deutsche Filme (bis auf den dokumentarischen Spielfilm Zwei Mütter) mal wieder schwach vertreten sind. Dass der deutsche Film als Kunstform in tiefer Identitätskrise steckt, ist unter ZuschauerInnen wie MedienwissenschaftlerInnen eine weit verbreitete Ansicht. Gerne wird als positives Gegenbeispiel Frankreich angeführt, wo der Film als Kunstform wesentlich etablierter sei. Woran liegt es, dass jeder klare Vorstellungen hat, sobald von einem französischen oder skandinavischen Film die Rede ist, aber ein ganzes Seminar von MedienwissenschaftlerInnen an der RUB in peinliches Schweigen verfällt, wenn nach den Charakteristika des deutschen Films gefragt wird?

Studentisches Debüt „Absurde Beziehungen“ feiert am 22. Juni Premiere
Beziehungsfrust und Spielwut – Theatergruppe zeigt absurde Beziehungen. Foto: Spielwut

Das menschliche Miteinander nimmt manchmal merkwürdige Formen an. Das gleiche kann man über das Theater auch sagen – nicht zuletzt, weil es ja doch immer wieder um das Zwischenmenschliche geht. Die junge studentische Theatergruppe Spielwut zeigt mit ihrer Debütaufführung am 23. und 24. Juni eine Collage von „absurden Beziehungen“.

Büchner-Preis 2013 geht an Lewitscharoff
Löwen und Selbstmordgedanken: Des Philosophen Blumenbergs Phantasien. Collage: Jacq/mar/koi

Letzte Woche wurde das Urteil endlich gefällt und öffentlich gemacht: Die wohl bekannteste und begehrteste deutsche Ehrung für Literatur, der Georg-Büchner-Preis, geht dieses Jahr an die Schriftstellerin Sibylle Lewitscharoff. Am 23. Oktober wird der Preis von der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt verliehen. Neben der unbezahlbaren Ehre ist der Georg-Büchner-Preis zusätzlich mit 50.000 Euro dotiert.

Ausstellung „CRASH Bochum“ im FKT bringt 30 KünstlerInnen zusammen
Nicht immer alles zu ernst nehmen! Barbara Hacura posiert vor ihren Gemälden. Foto: mar

Da wird zusammengeführt, was auf den ersten Blick nicht zusammenpasst: „CRASH Bochum“ heißt der zweite Teil einer internationalen Kunstausstellung. Der erste fand im Mai im schlesischen Katowice (Kattowitz) statt. Hier wie dort stellten und stellen 15 KünstlerInnen aus Polen und 15 aus Deutschland aus. Das Crash im Titel spielt dabei nicht auf den medial überstrapazierten Begriff culture clash und seinen Wortspielbruder culture crash an, sondern auf den Zusammenprall unterschiedlichster künstlerischer Ausdrucksformen, Ansichten, Techniken und Inhalte. KünstlerInnen profitieren vom fruchtbaren Austausch untereinander, BesucherInnen erwartet im Freien Kunst Territorium (FKT) eine äußerst vielfältige Ausstellung, deren erster Teil bereits 4.000 Menschen anzog.

Eine melancholische Ode an die 70er Jahre: „Die wilde Zeit“
Christine (Lola Créton) auf dem Abstellgleis: Warten, dass etwas passiert.	 Foto: NFP Carole Bethuel

In seinem Film „Die wilde Zeit“ zeigt Olivier Assayas zwar keinen neuen Blick auf die 70er, beweist dafür aber sein Auge für Atmosphärisches. Das längst verklärte Jahrzehnt und seine politischen Utopien präsentieren sich als ein Lebensgefühl, dem seine ProtagonistInnen  traumwandlerisch zwischen Abitur, beginnendem Berufsleben und ein bisschen darüber hinaus nachhängen, bevor sie endgültig erwachsen werden.

Das megaFon-Theaterfestival heißt jetzt Zeitzeug_, lässt aber immer noch aufhorchen
Furchtbar abgefahren: Das Leben schmeckt wie ein frittiertes Schwein! Foto: flickr.com / Eugene Wei (CC BY-NC-SA 2.0)

Vor mehr als zehn Jahren begann die Geschichte des studentischen Theaterfestivals megaFon. Damals fand es noch ausschließlich an der Ruhr-Uni statt. Dieses Jahr, vom 12. bis zum 16. Juni erobert es – nach vielen kleinen Schritten in den letzten Jahren – den urbanen Raum der Bochumer Innenstadt. Außerdem ist es internationaler geworden, und auch Theater steht nicht mehr im Vordergrund, sondern junge Kunst in all ihren Formen und Farben. Da passt das diesjährige Motto „Megamorphosen“ ziemlich gut, zumal das Motto des letzten Jahres, Zeitzeug_, die Stelle des Festivalnamens übernommen hat.

Junge AutorInnen kapern KulturCafé und Freibad
Wortakrobat Philipp Dorok liest aus der Pandora-Anthologie der Gruppe Treibgut. Foto: mar

Wenn in Bochum Treibgut strandet und Piranhas gesichtet werden, ist weder die Ruhr übers Ufer getreten noch der Metaphernbogen überspannt. Trockenen Fußes und literarisch ambitioniert läuft in dieser Woche die 33. Auflage der Lesereihe „Gestrandet“ über die Bühne – ein Projekt der 2002 gegründeten jungen Literaturinitiative „Treibgut“. Unter dem Motto „Ruhrpiranhas – All you can read“ wird bei der Doppellesung am 5. und 9. Juni gegessen, was auf den Tisch kommt. Und das kann sich sehen lassen: Mit vielen AutorInnen, einer Erstlings-Präsentation, Dauer-Zeichen-Performance und Liedermacher-Support ist für jeden Geschmack was dabei.

Gelsenkirchener Halfmannshof wird umgekrempelt
Muss die Kürbis-Skulptur am Halfmannshof bald in „Kunst-Gentrifizierer“ umbenannt werden?	 Foto: USch

Ein sterbendes System erkennt man am Schließen seiner Nischen, könnte man zum Beispiel über die DDR sagen. Aber auch im Osten des Westens, wie das Ruhrgebiet hin und wieder bezeichnet wird, schreitet die Nischenschließung offenbar voran: So wird die 1931 gegründete Künst-
ler­Innensiedlung Halfmannshof – eine der ältesten in Deutschland – derzeit einer grundlegenden Umgestaltung unterzogen. Eine Ausstellungshalle aus den 50er Jahren musste bereits dem Abrissbagger weichen, und bald sollen dort lukrative Reihenhäuser entstehen. Zudem soll den am Halfmannshof residierenden KünstlerInnen künftig kein lebenslanges Mietrecht mehr garantiert werden. Die :bsz hat sich von der Situation vor Ort ein Bild gemacht.

Roman thematisiert Ängste junger AkademikerInnen
Ist erfolgreich klargekommen: Autorin Jennifer Elise Bentz. Foto: Stefanie Heider

Jennifer Bentz wird bald dreißig, hat Ausbildung und Studium abgeschlossen. Sie war im Ausland, besitzt Berufspraxis, schrieb gute Noten. Doch ihre Qualifikationen reichen nicht für die ersehnte Festanstellung. In der Hoffnung auf ein Ausbildungsprogramm stürzt sich die frischgebackene Hochschulabsolventin ins nächste Praktikum. Mit überdurchschnittlichem Arbeitseifer möchte sie ihrem Chef imponieren – am Ende zu viel für die junge Frau: Auf Leistungsdruck und Stress folgen Nervosität und Schlaflosigkeit. Atemnot und Übelkeit führen zum totalen körperlichen Zusammenbruch. Doch Jenny ist organisch gesund. Burn-out lautet ihre Diagnose. „Einfach mal klarkommen“ soll die Erschöpfungspatientin schließlich auf der psychosomatischen Station eines Nervenklinikums

Ruhrstern am Hauptstadthimmel
Noch eine letzte Zigarette: Edy Edwards ist auf dem Sprung. - Foto: Anja Hecker

An der Ruhr ist er als Rockmusiker solo und neuerdings mit Band schon lange kein Unbekannter mehr: Der in Dortmund geborene Herner Gitarrenpoet Edy Edwards. Am 19. April schmiss er zusammen mit seiner Band und am Ende solo einen gefeierten Gig im Querschlag in Wanne, supportet vom Nachwuchstalent Tommy Klapper. Am Wochenende stand Edy Edwards in der Hauptstadt auf der Bühne. Der :bsz schildert der 23-jährige den inspirationsreichen Weg zu seinem nun nach fünf Musikerjahren bevorstehenden Album-Debüt.

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