Kolumne

Liebe Frau Heidenreich, ja, Sie haben nichts gegen Deutsche mit Migrationshintergrund, aber finden trotzdem, dass sie nicht „deutsch“ sind! Da kann auch der Taxifahrer Kölsch reden, Sie wollen wissen, wo er herkommt! Ja, die Frage, die nur Neugier suggeriert und einem zum Nazi macht, wenn man dem Gegenüber durch den Stammbaum klar macht, dass die Person auf keinen Fall „BIODEUTSCH“ sein kann. BUUUHU! Aber wer bin ich? Generation überempfindlich: Benutze gendergerechte Sprache, schreibe Schwarz groß und weiß klein! Kacke, dieser Rassismus gegen weiße! Stimmt, Kartoffel und Alman kann man mit den Vorurteilen gegen Religionen, dem Antisemitismus und Antimuslimischem Rassismus gleichsetzen! Genauso wie Ansintizismus, Antiasiatischen sowie Antischwarzen Rassismus! Also keine Wohnung für Familie Schmidt, der Justus kommt trotz guter Noten nur auf die Hauptschule und ohne Stammbaum, der bis zu den Germanen führt, ist man eh nicht (Bio)Deutsch! 

:bena

Alles wieder beim Alten? Unsere übliche Seite 7 gehörte nun für viele Monate zu den Dingen, die seit der Pandemie einfach anders sind. Kein Speiseplan, keine Termine, kein nach:gehört, nach:geschaut und so weiter. Und jetzt? Jetzt geht es langsam wieder zurück dahin, was Ihr schon seit ein paar Jahren von uns kennt! Ab dieser Ausgabe bekommt Ihr bei uns wieder die aktuellen Speisepläne der bereits geöffneten Cafeterien und Mensen an der Ruhr-Uni und könnt sehen, worauf Ihr Euch kulinarisch freuen könnt – und an welchen Tagen Ihr vielleicht lieber etwas von zuhause mitnehmt. Ebenso werdet Ihr wieder jede Ausgabe Tipps für die besten und heißesten Termine in der Umgebung kriegen. Konzerte, Vorträge, Lesungen, Sport? Unsere Redakteur:innen erzählen Euch, was so geht und eine Woche später dann, wie es so war. Und, wenn die Sterne es gut mit uns meinen, könnt Ihr uns bald auch wieder gedruckt in der Hand halten!
Denn was wäre ein Präsenz-Semester ohne die :bsz?

:kjan

 

Es herbstet! Wir sehnen den goldenen Oktober herbei! Langsam aber sicher nähern sich die sowieso schon niedrigen Temperaturen wieder dem Gefrierpunkt. Es ist wieder an der Zeit; holt die Wollpullis aus ihren Verstecken und greift zu den Heißgetränken Eurer Wahl. Vergesst bloß nicht die kuscheligen Jacken. Die kälteren Monate können doch ganz genießbar sein, oder? Doch Halt: Eine Beschäftigung wird da mal ganz schnell zur Tortur der besonderen Art. Das wäre? Ein ewiges und leidiges Thema: Bahnfahren. Oder vielleicht eher: Auf Bahnen und Züge und Busse und Ersatzfahrzeuge warten. Ich lieb’s — und würde es fast schon als Hobby bezeichnen — mir bei Wind und Wetter den Arsch abzufrieren und am ganzen Leib zu zittern, weil ich a) noch irgendwie im Sommerflow stecke und nicht dick genug angezogen bin und b) ich einmal gehofft hatte, dass mein Zug pünktlich einfahren würde. Wie konnte ich so naiv sein.    

:becc

 

Yaaay, die Uni beginnt und das wieder vor Ort! Toll! Für Chronischkranke, Menschen, die mit Risikogruppen zusammenleben, aber auch Studis mit Kind eine Wunschvorstellung! Nicht! Was sind die Alternativen? Wie kommt man an den Stoff ran? Wurden diese Menschen mitgedacht? Wie immer nicht! Aber was soll‘s, gerne quetscht man sich in den vollen Pendeler:innenverkehr, damit man zur Univeranstaltung kommt! Vor allem für Studierende, die aufgrund dessen keinen Impfschutz haben dürfen, wird es ein Kampf! Aber hey, was soll‘s! Wir sind barrierefrei und wollen unser altes Leben zurück, nur ohne durchdachte Lösung! Sind ja auch nur fast zwei Jahre vergangen, um sich mit verschiedenen Modellen auseinander zu setzen, die für ALLE Studis! Ein erfolgreiches Semester garantieren könnten! Aber egal! Die Krankenkasse, das Bafögamt und andere Hilfen werden jetzt weiterzahlen und die „Sonderfälle“ müssen kämpfen!    

:bena

Warum ist es in unserem Gesundheitssystem so schwierig, einen schnellen, einfachen und mutmachenden Termin bei einem:einer Therapeut:in oder einer Klinik zu machen?  Die Zielgruppe für diese Termine hat eine harte Zeit und damit verbunden eine viel größere Hürde, sich überhaupt aufzuraffen, das blöde Telefon zu nehmen und irgendwo anzurufen. Dann weiß ein Mensch nicht direkt, was die „richtigen“ ersten Schritte sind. Trotzdem kommt es vor, dass man jeden Tag der Woche mehrmals diese Hürden überwinden muss, um dann endlich etwas an der Hand zu haben, was wiederum mit einem verdammten bürokratischen Aufwand verbunden ist. Dass es heutzutage zu wenige Anlaufstellen für zu viele in Anspruch nehmende Personen gibt, lässt sich nicht an einem Tag ändern, aber welche:r Sadist:in hält es für eine gute Idee, so viel Aufwand zwischen die schlechte Warteschleifenmusik zu packen?                                              

  :ken

Der Wahlkampf in Deutschland ist schmutziger geworden. Natürlich war es in der Vergangenheit auch kein ehrenvoller Streit zwischen Aufrechten, und die Wahl 2021 muss nicht zum „Modernen Krieg“, der alles ändert ,stilisiert werden. Doch scheint es besonders in diesem Wahlkampf normal geworden zu sein, dass Industriellenverbände und andere Interessensgruppen viel Geld aufbringen, um Schmutzkampagnen ins Laufen zu bringen. Das Ziel sind dabei häufig die Grünen. Eine Werbeaktion eines rechtsextremen, AfD-nahen Unternehmens gegen die Grünen wurde selbst von der CDU verurteilt. In Deutschland gibt es keine Transparenz bei der Einstellung von PR-Agenturen für den Wahlkampf. Der Wahlkampf, der bereits um den Brexit zu Bekanntheit kam – Verdrehung  von Fakten, Desinformation und Manipulation – scheinen ihren Platz in Deutschland dauerhaft gefunden zu haben.

:kjan

Immer mehr Menschen essen immer weniger tierische Produkte, der Umwelt zuliebe. So sehr, dass der Trend auch in größere Betrieben überschwappt, wie in die VW-Betriebskantine in Wolfsburg. Diese möchte bald nur noch fleischlose Speisen (wenn auch ab und zu Fisch) anbieten. Natürlich bringt diese Aktion einen Shitstorm mit sich und der lauteste an der Front ist kein anderer als Alt-Kanzler Gerhard Schröder (SPD). Ganz empört schreibt er auf Social Media: „Wenn ich noch im Aufsichtsrat von #VW säße, hätte es so etwas nicht gegeben.“ Obwohl er nichts gegen vegetarische Ernährung habe, findet er, dass Currywurst mit Pommes weiterhin der „Kraftriegel“ der Facharbeiter:innen der Produktion bleiben soll. Gerhard, mach Dir keine Sorgen: Kein Fleisch bedeutet nicht direkt keine Currywurst. Zum Glück gibt es ja noch vegetarische und vegane Alternativen.              

      :gust

Der Wecker klingelt um drei Uhr morgens: Zeit für Bogenschießen! Diese zwei Wochen, in denen die Spiele von Statten gehen, sind so kurz, dass sich ein normaler Schlafrhythmus verbietet, denn ein Großteil der hochinteressanten Randsportarten spielte sich mitten in der Nacht ab. Schnell fällt auf: Die TV-Berichterstattung ist nicht auf die Menschen ausgelegt, die jede Sekunde des so seltenen Events aufsaugen wollen. Zu oft werden Wiederholungen oder Zusammenfassungen gezeigt für ein Publikum, das eher zwischendurch mal reinschaltet. Aber dafür kann man ja immer noch auf die unzähligen Streams zugreifen und sich den Olympia-Tag selbst kuratieren. Schon klar, nicht jede:r hat die Möglichkeit, das restliche Weltgeschehen für diesen Zeitraum auszublenden, um sich Tag für Tag mit Schlafmangel vor den Fernseher zu peitschen. Olympische Spiele sind eben ein Ausnahmezustand, der besondere Maßnahmen erfordert.   

:hakl

Kaufe ich Sachen, nutze in meiner Wohnung Strom und Wasser, schließe Abos von Zeitungen ab oder leihe mir Filme aus den 60ern aus? Klar! Mache ich mir viele Gedanken darüber? Nein. Kommt es also vor, dass ich die vielleicht nicht direkt bezahle? Könnte angehen. Aber muss ich dann jedes Mal eine Mahnung kriegen, die ich innerhalb von drei Tagen bezahlen muss und wenn nicht, werden rechtliche Schritte eingeleitet, ein:e Anwält:in engagiert, die Kavallerie gerufen und auf meinem Kopf erscheint ein komischer roter Punkt, der nichts Gutes verheißt, bis ich bezahlt habe? Wenn der Spieß jedoch umgedreht wird, warte ich monatelang auf mein Geld und ziehe den Kürzeren. Deswegen werde ich jetzt eine Ein-Mensch-GmbH mit super vielen Anwält:innen, sodass ich bei Kleinigkeiten ein paar Millionenklagen raushaue gegen große Institutionen und Unternehmen, bis die keine Lust mehr haben und
mich in Ruhe lassen.  

  :luq

Sommer. Sonne. Warm!  Nun ja, aktuell nicht wirklich, aber lasst uns schwimmen! Am besten im Bikini! Zum Glück gibt es so viel Body positivity Movements die einen voll encouragen! Thank God: Zellulite ist erlaubt! Schwangerschaftsstreifen sind cool. Aber nun ja nur bis zu einer gewissen Kleidergröße. Denn die meisten Kleiderfirmen empfinden es anscheinend als komisch, wenn dann doch eine Fat Person ‘nen Bikini trägt. Anders kann ich mir es nicht erklären, warum viele „Be-Yourself in your own Body!“- Companies nur bis Größe 42/44 führen. Dachte, wir sind nun auch Bodywoke? Aber anscheinend ist der Fatphobia-Gedanke noch zu groß und Mensch möchte nicht mit ´nem Fatbodymovement in Verbindung gebracht werden. Naja, wenigstens ist unser Klimasommer etwas überflutet und alle Bikinis bleiben erstmal im Schrank! #beyoubutnotFAT Und wenn’s doch zum Schwimmen geht: Just do it!                

    :bena

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