Auf den Punkt: Schützen
Schützen: Die protestantischen Pendants zu den katholischen Narren. In etwa genauso peinlich, aber mit mehr militärischem Trara und höherem monarchischem Anspruch: Während die einen das Prinzenpaar feiern, wird derjenige gar zum Schützenkönig ernannt, der den Vogel abschießt. Ballern und saufen, wie bei der Bundeswehr, wo der unterste Dienstgrad in vielen Truppengattungen auch Schütze heißt.
 
Dabei sind Schützen von der Wortbedeutung nicht bloß diejenigen, die schießen, sondern diejenigen, die eben schützen. Ob Firmen wie Apple ihre Marken mit Schusskraft schützen, ist genauso zu bezweifeln, wie dass humane Errungenschaften wie der Mutterschutz auf diese Weise gerecht durchgesetzt werden können. Schützenswert sind auch die HeldInnen, die panamaische Papiere (die eigentlich digitale Daten sind) veröffentlichen oder die ans Licht bringen, wie Staaten Daten über uns sammeln – angeblich, um uns zu schützen. Dabei verkommt dieser staatliche Schutz zu einer ähnlichen Farce wie die Schützenfeste. Nur gefährlicher.
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