Armenien
Diskussionen um rechte Redner im Senat
Kein Schweigefuchs, sondern der Wolfsgruß der rechten Grauen Wölfe: Muss eine Uni auch solchen Leuten ein Forum bieten? Montage: mar. Elemente gemeinfrei

Der Senat der Uni Duisburg-Essen (UDE) hat sich auf seiner letzten Sitzung am 13. Mai die Grundsatzfrage stellen müssen: Wie offen ist die Universität? Auslöser war ein Vortrag von Şahin Ali Söylemezoğlu, in dem der Autor den Genozid an den ArmenierInnen leugnet.

Western- und Abenteuer-Ästhetik: Fatih Akins „The Cut“ über den Völkermord an den ArmenierInnen

Die schönste Szene von Akins „The Cut“ ist eine romantische Liebeserklärung an den Film: In einer schäbigen Gasse kämpft ein Vagabund in lumpigen Kleidern gegen die Behörden um sein Kind. Am Ende sind sie natürlich vereint. Charlie Chaplins „The Kid“ rührt auch Familienvater Nazaret (Tahar Rahim) zu Tränen. Inmitten von anderen armenischen Geflüchteten, die nach dem Ersten Weltkrieg frei, aber in einem Flüchtlingsheim von ihren Familien getrennt sind, ist es dieser Stummfilm, der Hoffnung spendet. Aber spätestens hier nimmt Akins Werk eine fast märchenhafte Wende.

Armenischer Kulturherbst holt faszinierende Kultur nach Bochum – und arbeitet Geschichte auf
„Kaukasische Brudervölker“: Hier tanzt das armenische Ensemble einen ossetischen Tanz. Foto: mar

Ohne den Sommer verfrüht nach Hause schicken zu wollen, startete am vergangenen Wochenende der Armenische Kulturherbst in Bochum mit zwei aufregenden, sehenswerten und mehr als gut besuchten Folkloreveranstaltungen. Auf diese fröhlichen Rhythmen folgen durchaus ernste wissenschaftliche Diskussionen und weitere Veranstaltungen. Dabei immer wieder Thema: Der Völkermord an den ArmenierInnen, der sich 2015 zum 100. Mal jährt.