Konzert
Beim audiovisuellen Spiel mit Extremen gibt’s Grenzerfahrung zum Mitmachen
Formen und Farben fließen: Bunte Installationen im Wittener Treff.	Foto: dESTRUKTIVA

Dunkelheit und Stille werden aufgebrochen: In langsamen Klangfolgen dröhnt übersteuerter Gitarrenlärm, dazu brennt sich die unpassend schnelle Abfolge von Lichtblitzen aus einem Stroboskop in die Netzhaut. Der Kodiak-Ableger Nightheart macht Drone, ein extremes Subgenre von Doom Metal. Neben acht weiteren Acts werden die zwei Musiker am Samstag (15. Februar) im Kulturzentrum Treff in Witten spielen. Und genau wie ihre Musik werden auch die experimentellen Klänge ihrer Künstler-KollegInnen aus den Bereichen Noise, Elektro und Krautrock schwer zugänglich sein. Jeder Annäherungsversuch aber ist ein Wagnis, das sich lohnen könnte. Nicht zuletzt, weil das Publikum eingreifen darf. Mit einfachen Licht-Installationen können die Gäste nach Gusto den sonst dunklen Raum bespielen.

Israelische Band Orphaned Land beehrte die Matrix mit orientalischen Klängen
Spielt mit religiösen Anspielungen: Orphaned-Land-Frontmann Korbi Farhi. Foto: Frost Fotografie

Wenn es nach ihnen und ihren Fans ginge, würden sie für den Friedensnobelpreis nominiert. Sie kommen aus Israel und beantragten die Staatsbürgerschaft der muslimischen Türkei, ihre Themen sind Völkerverständigung und die gemeinsamen Ursprünge der drei Buchreligionen Judentum, Islam und Christentum – und sie spielen progressiven, vielschichtigen Death und Doom Metal. Die Rede ist von Orphaned Land, die am 25. September in multireligiöser Tourkonstellation ihre Botschaft lautstark in der Bochumer Matrix verkündeten.

Steinkind-Konzert im KuCaf rockte vor und auf der Bühne
Steinkind im KulturCafé: Musik aus allen Richtungen. Foto: Alexander Ivo Ryba

Zunächst war die Band skeptisch: KulturCafé, das klingt nicht nach einem Club, in dem Steinkind normalerweise auftreten würden. Auch die von zwei Seiten offene Bühne ist ungewöhnlich. Was aber zur Band passt: Die Frage, welchen Musikstil man vergangenen Freitag im KulturCafé zu erwarten hatte, wusste niemand konkret zu beantworten. Etwas Punk, etwas EBM und ganz viel von allem, was es dazwischen und drumherum gibt. Lag es womöglich an dieser Ungewissheit, dass sich nur knapp 70 Fans eingefunden hatten? Diese allerdings hatten ihren Spaß.

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