Kultur
Essen: ‚Kultur von unten‘ politisch offenbar unerwünscht
Die Bärendelle: Essener Leerstand geräumt.

(dh) AktivitstInnen des sogenannten „Plenums Bärendelle“ hatten am vergangenen Montag (22.7.) ein leerstehendes Schulgebäude in Essen besetzt. In dem über 100 Jahre alten denkmalgeschützten Haus an der Bärendelle wurde vor zwei Jahren der Frohnhausener Hauptschulbetrieb eingestellt. Während die Stadt nach InvestorInnen sucht, verfällt das Gebäude zusehends – ein Leerstand von vielen im Ruhrgebiet, die ideenlos verwaltet werden. Nur zwei Tage später, am Mittwochmorgen (24.7.), wurde die Schule nach einem Amtshilfeersuchen der Stadtverwaltung durch die Polizei geräumt – doch die Diskussion geht weiter.

brink Magazin verbindet zum dritten Mal Kunst und Wissenschaft
Schon gelesen? Das neue brink-Magazin ist ab jetzt erhältlich.

(mar) Vor kurzem erschien die dritte Ausgabe eines der spannendsten Projekte aus studentischer Initiative: brink, das Magazin zwischen Kunst und Wissenschaft. Es sieht wie gewohnt gut aus, hat Fotografien, Interviews, Essays und mehr zu bieten und wirft damit vielleicht mehr Fragen auf als es beantwortet. Zum Glück – weil es anregt, sich selbst mit der Materie auseinanderzusetzen. Denn fragen ist besser als schweigen.

AStA und Schauspielhaus Bochum planen eine „Theater-Flatrate“ für Studierende
Das Schauspielhaus Bochum hat der Studierendenschaft eine Kooperation angeboten: Die Theater-Flatrate für Studierende. Foto: Schauspielhaus Bochum / Jürgen Landes

Am gestrigen Dienstag wurde dem Studierendenparlament (StuPa) eine mögliche neue Kooperation der Studie-rendenschaft mit dem Schauspielhaus Bochum vorgestellt. Das Theater war in der Vergangenheit an den AStA heran-getreten, um verschiedene Ideen einer Zusammenarbeit zu besprechen. Dabei entstand die Vision eines Theater-Abos für Studierende, das intern bereits als „Theater-Flatrate“ bezeichnet wird. Schon ab dem kommenden Winterse-mester 2013/14 könnte diese Koopera-tion für die Studierenden zum Tragen kommen. Derzeit sind die genauen Vertragsinhalte und Bedingungen zwar noch nicht festgelegt; dennoch zeigen sich sowohl Schauspielhaus als auch AStA zuversichtlich, eine für alle Seiten vorteilsbringende Vereinbarung treffen zu können. Konkret sieht die derzeit geplante Kooperation vor, dass Studierende der RUB ab dem nächsten Semester komplett umsonst alle eigenen Produktionen des Schauspielhauses an den theatereigenen Spielorten, also auch in den Kammerspielen und dem Theater unter Tage, besuchen könnten. Dafür müsste der AStA pro Semester und pro Studierendem/r einen Euro an das Schauspielhaus bezahlen. In Abhängig-keit zu den Studierendenzahlen ergäbe das einen ungefähren Betragvon knapp über 40.000 Euro. Der symbolische Bei-trag von einem Euro würde von den Stu-dierenden über den Sozialbeitrag bezahlt werden, welcher sich also um einen Euro erhöhen würde.

Internationales Multikunstprojekt erobert Freies Kunst Territorium
Der polnische Autor Łukasz Łaski performt seine Texte vor Betonparkhaus-Bildern von Alexander Fichtner. Foto: mar

Über ein Dutzend KünstlerInnen mit deutschen und polnischen Wurzeln, die jedoch allesamt in der Ruhr-Region zuhause sind, präsentierten am Abend des 3. Mai kreative Deutungsmuster des Begriffs „Heimat“: Von heimischer Singer-Songwriter-Musik über literarische Lesungen auf Deutsch und Polnisch bis hin zu Fotos, Grafiken, Gemälden und  Videokunst wurden diskursive Annäherungen an das schwierige Thema versucht. Den Rahmen der von der Gemeinschaft für studentischen Austausch in Mittel- und Osteuropa (GFPS) e. V. initiierten sowie vom Slavistik-Institut der Ruhr-Uni und von der Fachschaft, dem Lotman-Institut und der Stadt Bochum unterstützten Veranstaltung im Freien Kunst Territorium (FKT) an der Bessemerstraße bot eine Ausstellung von Studierenden der Freien Akademie der bildenden Künste Essen. Das zumeist studentische Publikum aus Polen, Weißrussland, Tschechien und Deutschland zeigte sich überwiegend begeistert.

Bunker, Bacon, Bürgerplatz
Die aktuellen Rundlauf-OrganisatorInnen. Foto: Jacq

Das seit 2009 bestehende lokale Kunst- und Kulturfestival „Rundlauf“ bietet auch dieses Jahr wieder – sowohl für KünstlerInnen als auch für Kunstbegeisterte – die einzigartige Möglichkeit, einen größtenteils gebührenfreien Einblick in die momentane Bewegung der  Kunst zu gewinnen. Über 80 KünstlerInnen werden im Zeitraum vom 30. April bis zum 5. Mai 20 Locations im Viertel „Speckschweiz“ bespielen: Sie werden ihre Fotografien an die Betonwände des Hochbunkers nageln, gräuliche Wände leerstehender Häuser bunt bemalen oder die zarten Saiten ihrer Kokosnussvioline zum Schwingen bringen...

Rot-grüne Landesregierung will keinen müden Cent für Archäologie mehr ausgeben
Ruinen der alten Hörder Burg: Ohne archäologische Aufbereitung wäre der Phoenixsee um ein Denkmal ärmer. Foto: Wikimedia Commons / Rainer Halama (CC BY-SA 3.0)

Für eine minimale Entlastung des Landeshaushalts setzt die rot-grüne NRW-Regierung das kulturelle Erbe des Bundeslandes aufs Spiel: Ab 2015 sollen Archäologie und Bodendenkmalpflege nicht mehr vom Land unterstützt werden. Wissenschaftler­Innen, StudentInnen und PolitkerInnen zeigen sich öffentlich entsetzt über diese kurzsichtigen Pläne der Regierung. Der Fachschaftsrat Archäologische Wissenschaften der RUB ruft dazu auf, die Petition der Deutschen Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte e. V. (DGUF) zu unterstützen.

Deutsch-Südafrikanisches Wissenschaftsjahr neigt sich dem Ende
Das International Convention Centre in Kapstadt: Hier ging es los. Foto: DST/BMBF

Am 16. April wird in Berlin das Deutsch-südafrikanische Wissenschaftsjahr mit einem Festakt beendet. Es wird viel Schulterklopfen und symbolische Gesten geben. Im Ruhrgebiet hat man von dieser Kooperationsinitiative der Wissenschaftsministerien beider Länder in den letzten zwölf Monaten nicht viel gehört. Lediglich an der Nachbaruniversität Duisburg-Essen (UDE) ging die Aktion nicht ganz spurlos vorbei: Die Studentin Rebecca Nicklaus gewann den zweiten Platz beim Essay-Wettbewerb.

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