Kunst
Festival: Kultur en masse an zehn Tagen in Bochum
Künstlerisch gibt sich auch das Bergbaumuseum, wenn im Juni mit der BoBiennale in Bochum die Kultur zelebriert wird. Bearbeitet: kac

Kultur. Kunst, Theater, Musik und Literatur – Im Juni 2017 soll bei der BoBiennale für jedeN etwas dabei sein.

Am 8. Juni beginnt die erste Biennale Bochums – eine Mischung aus nicht-kommerziellem Festival und stadtweiter Werkschau. Bis zum 18. Juni wird es dabei ein vielfältiges und kostenloses Veranstaltungsangebot in Bochumer Theaterstätten, Ateliers und an anderen Kulturorten geben. Im Rahmen dessen kann man unter anderem Klangfahrräder ausleihen oder verschiedene KünstlerInnen bei einem  „Frühstück zur Kunst“ kennenlernen. Die :bsz durfte exklusiv, schon vor Veröffentlichung, einen Blick in das Programm werfen und hat mit einigen der OrganisatorInnen gesprochen.

Film, Malerei, und Bildhauerei – Nazi-Kunst im Museum
Parallele Welten:  „Artige“ und „Geartete Kunst“ stehen nebeneinander und sich gegenüber. Foto: box

Kunst: Im Rahmen der Ausstellung „Artige Kunst. Kunst und Politik im Nationalsozialismus“ begegneten sich am Abend des 19. Januar Film, Malerei und Bildhauerei im Museum unter Tage in Situation Kunst.

Zeitzeug_Festival: Theater, Musik und Performances an fünf Bochumer Spielorten
Verwirrung geglückt: Ein Freiwilliger ist es, der Ruby Behrmann einen Tag begleiten wird ohne zu wissen, was ihm bevorsteht. Foto: Sven Neidig

28 Veranstaltungen, fünf Spielorte, vier Tage, eine Stadt: Zum 14. Mal machte das „Zeitzeug_Festival“ Bochum zum Hotspot von allerlei Theater, Musik und (hin und wieder) Schrägem. Unter dem Motto: „Wer sagt, dass_?“ hinterfragten und diskutierten die KünstlerInnen verschiedene Themen wie das Menschsein und das Leben.

Rundgang Kunst: Studierende der TU Dortmund prämiert
Volles Haus in der IDFactory: Der Rundgang Kunst der TU Dortmund war gut besucht und überzeugte mit Vielseitigkeit. Foto: tims

Der „Rundgang Kunst“ der TU Dortmund 2016 umfasste herausragende Leistungen der Studierenden aus dem gesamten Studienjahr und prämierte die besten Arbeiten in den Disziplinen Fotografie, Graphik, Malerei sowie Plastik und Interdisziplinäres Arbeiten. 

Nicht nur für KunsthistorikerInnen: „Hieronymus Bosch“
Die fiesen Fratzen der Welt: Ruijters Comic zeigt, dass Bosch seine Dämonen nicht im Jenseits zu suchen brauchte. Foto: avant-Verlag

Die Menschen in seiner Heimatstadt erfüllten ihn mit Abscheu. Trotzdem konnte er ’s-Hertogenbosch einfach nicht verlassen. Aber die groben Gebräuche der Leute, die Doppelmoral der Pfaffen, die Lügen und Betrügereien der Handelsreisenden inspirierten Hieronymus Bosch auch zu seinen kranken Wimmelbildern der Hölle. So erzählt es jedenfalls Marcel Ruijters in seinem Comic „Hieronymus Bosch“, der pünktlich zum 500. Todesjahr des niederländischen Malers auf Deutsch erschienen ist.

Faltbücher in der UB: Querschnitt mit Werken aus aller Welt
Kindliche Zeichnungen bei ernsten Themen: In der UB stehen nun Falt­bücher, die zum Beispiel Krieg thematisieren. Foto: kac

Zwischen dem 15. Januar und dem 20. Februar sind in der Universitäts-bibliothek unter dem Motto „Leporellos Erben“ Akkordeon- und Faltbücher von KünstlerInnen aus der ganzen Welt zu bewundern. In Zusammenarbeit mit der Sektion Komparatistik stellt die UB die seit den 1960er Jahren international publizierten Kunstwerke aus und bietet BesucherInnen einen Querschnitt von verschiedensten Genres und Wissenschaften.

Art's Birthday

Wann hat eigentlich die Kunst ihren Geburtstag? Robert Filiou (1926 bis 1987) gab auf die Frage 1963 eine Antwort und datierte „Art’s Birthday“ willkürlich auf den 17. Januar.

Da-Vinci-Ausstellung im Kortumhaus: Anfassen und Entdecken
Technische Innovation trifft künstlerisches Talent: Als eines von vielen Exponaten steht diese Brückenkonstruktion für die Ideenvielfalt von Leonardo da Vinci. Foto: alx

Er war Künstler und Erfinder gleichermaßen – und gilt als unverkennbares Universalgenie. Sein Schaffen reicht von technischen Skizzen bis hin zu medizinischen Überlegungen und zeugten durchweg von ausgesprochenem künstlerischen Talent. Doch auch abseits seiner Zeichnungen war Leonardo ein interessanter Mensch. Die geheimnisumwobenen Seiten seiner Persönlichkeit und  die für seine Zeit revolutionären Erfindungen versucht nun die Wanderausstellung „Da Vinci – Exploring Arts & Science“ zu vereinen.

Neue Ruhrtriennale, neue Intendanz: Das Festival der Künste
Nicht die einzige Spielstätte bei der Ruhrtriennale, aber für BochumerInnen sicherlich die bekannteste: Die Jahrhunderthalle Bochum – eine Institution der Ruhrtriennale. Foto: tims

Mit neuer Intendanz und zugleich neuer Ausrichtung geht die Ruhrtriennale in seine fünfte Runde. Vom 14. August bis 26. September verspricht das größte Kulturfestival Deutschlands vor allem internationale Produktionen in gewohnt ungewohnten Spielstätten. Wagners „Rheingold“ – inszeniert vom neuen Intendanten Johan Simons – ist auf dem ersten Blick sicherlich die bekannteste Produktion, doch natürlich nicht die einzige. Für Studierende gibt es 50 Prozent Rabatt in allen Kategorien. Den Anfang macht die Eröffnungsfeier „Ritournelle“.

Beim Rundlauf 2015 kommt die Kunst frei Haus: Privatwohnungen werden zu Spielorten für über 40 KünstlerInnen
Wenn der Rundlauf 2015 mit 65 Beteiligten das größte Organisationsteam aller Zeiten hat, ist doch die Rundlauf-WG – Julia Nitschke, Guy Dermosessian, Samira Yildirim – das Herz des Festivals. Foto: joop

Stellt Euch vor: KünstlerInnen fragen, ob sie in Eurer Wohnung eine Kunstinstallation aufbauen, im Wohnzimmer Performance Art aufführen oder auf dem alten Fernseher ihr Videoprojekt zeigen können. „Na klar“, denkt Ihr. Nachdem sie dann samt Kunst eingezogen sind, gehen wenige Tage später Wildfremde bei Euch ein und aus, um die Werke zu bestaunen. So ähnlich wird es sich am 13. Juni beim Rundlauf abspielen, in der bislang wohl intensivsten und intimsten Auflage des Kunstfestivals.

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