Lebenshilfe
„Freundschaft, das ist wie Heimat“ – doch was, wenn Freunde eine andere Heimat haben?
Statt Karten: Lieber mal FreundInnen besuchen.	- Foto: ks

Es ist voll auf dem Bahnsteig, denn es ist Freitagnachmittag. Feierabendverkehr trifft auf Wochenendpendelei und einige Verreisende. Am Gepäck der Menschen lässt sich ablesen, ob diese eher auf der Durchreise, auf dem Heimweg oder auf wirklich großer Fahrt sind. Und dann sind da noch Abholende. Sie haben kaum Gepäck und stehen auch nicht so nah am Gleis. Ich bin heute ebenfalls eine von denen, die mit dem eigentlichen Bahnhofsgeschehen wenig zu tun haben. Ich warte auf meine beste Freundin Lili, die ich schon seit Monaten nicht mehr gesehen habe. Doch obgleich Fernfreundschaften – anders als ihr berühmt-berüchtigter Verwandter „Fernbeziehung“ – in Medien, Sachbüchern und Psychologie bisher kaum bis gar keine Erwähnung finden, spielen sie heute in fast jedem Leben irgendwann eine Rolle und stellen die Beteiligten trotz aller fortschrittlichen Kommunika­tionsweisen oft vor große Herausforderungen.

Ein inklusives Filmprojekt für Menschen mit Beeinträchtigung will mobilisieren
Komplizierter Urnengang: Nicht alle, die wählen können, wollen es; nicht alle, die es wollen, können es. Karikatur: Michael Holtschulte

„Wählen darf man, wenn man über 18 Jahre alt ist und wenn man ein deutscher Bürger ist“, stellt der Sprecher im Film „Politik geht uns alle etwas an“ schon früh klar. Dieses Recht gilt auch für die meisten Menschen mit einer sogenannten geistigen Behinderung und erst recht für jene mit Lernschwierigkeiten. Folgerichtig erhalten sie in Wahljahren auch ihre Wahlbenachrichtigung. Trotzdem gehen viele der Betroffenen nicht zur Urne. Denn mit einem formellen Brief in bestem Amtsdeutsch im Postkasten ist die Aufklärungsarbeit noch nicht getan.