NSA
Kommentar: Datenschmutz: NSA, Sony, jetzt auch die Uni-Mailadressen

Datenmissbrauch und -schutz sind wieder einmal in aller Munde. Während sich der NSA Skandal, der Datenklau und Serverangriff gegen Sony-Pictures in der internationalen Sphäre abspielte, erreichte uns RUB-Studierende diese Problematik nun im Mikrokosmos der Uni. RUB Knallhart, eine Gruppe von unbekannten politischen Aktivisten à la Anonymous, nutzten RUB-E-Mail Adressen im Laufe der StuPa-Wahl, um Druck auf die Listen auszuüben. Dramatisch daran ist, dass sich kriminelle Potentiale eröffnen und dass die diplomatischen Beziehungen darunter leiden. Ob es nun die Hochschulpolitik oder die Beziehungen zwischen den USA und Nordkorea sind, sowohl das wenig vorhandene Vertrauen als auch die Handlungsspielräume werden geringer.

Geschenke im Sommer – Amerika hört uns zu

Der Spannungsbogen war schnell erschöpft: Zuerst kam das globale PRISM-Programm sowie der Abhörskandal um die Kanzlerin, dann Doppelagenten und nun auch der Skandal um Tor (siehe S. 8).  Wir hatten und haben gute Gründe, sauer zu sein und es mal lauter werden zu lassen. Nach der Ausweisung des Geheimdienstrepräsentanten scheinen uns die Amerikaner wieder wahrzunehmen und das wird auch Zeit.

Tor-NutzerInnen durch US-Geheimdienst als Extremisten gebrandmarkt
Anonym im Internet: So funktioniert die Verschlüsselung über das Tor-Netzwerk. - Quelle: wikimedia commons, Tfr.didi - Darstellung: ck

Neben der Bundeskanzlerin zählt nun auch ein deutscher Student aus Erlangen zu dem namentlich bekannten Personenkreis, der in das Fadenkreuz des aktuell umstrittensten US-Geheimdienstes geraten ist. Seit Anfang Juli ist bekannt, dass die NSA gezielt Leute ausspäht, die sich mit Sicherheitssoftware und Überwachungsschutz im Internet beschäftigen.

Für mehr Sicherheit: Der IT-Branche kommt der NSA-Skandal ganz gelegen
Karikatur: ck

Seit einigen Wochen dominiert der Abhörskandal um die National Security Agency (NSA) die Schlagzeilen und sorgt weltweit für Entrüstung und erhitzte Gemüter. Neben prominenten Abhöropfern wie der Bundeskanzlerin, führenden PolitikerInnen und Militärs sowie unzähligen Menschen weltweit hat der Skandal eine längst überfällige Diskussion angestoßen. Es geht um die Zukunft der Datensicherheit und um den Schutz von Persönlichkeitsrechten im digitalen Raum. Für die IT-Branche und Unternehmen, die IT-gestützte Sicherheitslösungen anbieten, ist die öffentliche Diskussion des NSA-Debakels Segen und Fluch zugleich. Zum einen steigert sie den allgemeinen Bedarf nach mehr Sicherheit – zum anderen wirft sie ein finsteres Bild auf die IT-Branche und die Unternehmen, die mit der Datensicherheit und dem Ausspionieren von Staaten und BürgerInnen ihr Geld verdienen.

Ein neues Kapitel
Auf der Flucht: Edward Snowden hat sichs‘ mit der NSA verscherzt. Collage: Jacq/koi
Der Prism-Skandal: Erneut erhebt sich auf den Spuren von Edward Snowden und nach Demonstrationen in Hongkong scharfe Kritik gegen das soziale Netzwerk Facebook. War Edward Snowdens Enthüllung ein Freiheits- oder ein Kriminalakt? Wie weit sich der Skandal um den US-Überwachungsdienst ausdehnt, wurde letztes Wochenende veröffentlicht – überraschenderweise nicht bei Facebook selbst. Es handelte sich tatsächlich allein im letzten Halbjahr 2012 um 18.000 bis 19.000 Facebook-Konten, welche von der Spionage betroffen waren. Dies bedeutet, dass die National Security Agency (NSA) sowie acht andere US-Geheimdienste in diesem halben Jahr bis zu 10.000 Anfragen an das soziale Netzwerk gestellt haben.